Kiss Kiss Bang BangAm Freitag abend herrschte Dauerregen. Ein geeigneter Zeitpunkt das erste Mal Premiere Direkt auszuprobieren. Eigentlich unterscheidet sich das kaum von einer Videothek. Man sucht sich einen Film aus und kann ihn sich 24 Stunden lang ansehen. Synchronisierte Fassung oder Original, und in Dolby Surround. Die Preise unterscheiden sich auch nicht von einer Videothek. Es gibt jedoch einen entscheidenden Vorteil: Man braucht das Haus nicht verlassen.

Unsere Wahl viel auf Kiss Kiss Bang Bang:

Harry Lockhart (Robert Downey jr.) ist ein Kleinganove, der durch Zufall in ein Casting gerät und auf Grund dessen zu Probeaufnahmen nach L.A. kommt. Dort trifft er auf Privatdetektiv Perry van Shrike (Val Kilmer) bei dem er für die Probeaufnahmen in die Lehre gehen soll. Wie es der Zufall so will, werden sie natürlich in eine Reihe von Mordfällen verwickelt…

Shane Black, bekannt durch Drehbücher der Lethal Weapon Reihe, gibt hier sein Regiedebüt. Die Herkunft merkt man dem Film an. Gleiches Genre und ähnliche Machart. Es ist eine recht gelungene Mischung aus Buddyfilm, Actionkomödie und einer kleinen Hommage an das Film-Noir-Genre.
Der Film ist witzig, schnell und Pointenreich. Anfangs jedoch leider etwas Dialoglastig, da hat Shane Black es noch nicht ganz geschaft das Drehbuch auch in Bildsprache zu übersetzen. Das Erzähltempo ist Anfangs sehr hoch und gleichzeitig gespickt mit einer Reihe von Pointen, so dass es man manchmal einige Konzentration kostet sich auf Geschichte und witzige Elemente gleichermaßen einzulassen. Aber nach einer gewissen Zeit hat man sich daran gewöhnt. Meiner Meinung nach hätte es dem Film jedoch gut getan den Pointen und den Charakteren ab und an etwas mehr Luft zu geben. So war es wie ein Feuerwerk das schnell verpufft. Trotzdem macht der Film Spaß. Eine gute Mischung aus alten Ideen des Genres, gepaart mit ein paar neuen witzigen Einfällen.
Robert Downey jr. steht einem Mel Gibson oder einem Bruce Willis in nichts nach, und gibt dem Charakter eine eigene sympathische Note. Val Kilmer bekommt leider nicht die Freiheiten seinen Charakter richtig auszuspielen, dabei hätte die Figur noch viel mehr hergeben können. Da liegt aber eindeutig die Schwäche des Films, die Protagonisten fallen dem etwas zu ambitioniertem Drehbuch zum Opfer.

Fazit: Genau der richtige Film für einen verregneten Abend. Kein Meisterwerk, aber solide Unterhaltung die Spaß macht.