Wind und Regen trieben uns Samstag ins Kino um den neuesten Film von Almodóvar anzusehen: Volver – Zurückkehren.
So sehr sich die Witwen und Töchter von La Mancha auch mühen die Gräber der Verstorbenen zu putzen, der Wind treibt immer wieder Sand auf die Grabsteine. Dies ist der Beginn des Films, und eine wunderbare Metapher auf das zentrale Thema – das Wiederkehren.
Vor ein paar Jahren verstab Irene mit ihrem Gatten bei einem Hausbrand. Seitdem kommen die beiden Töchter Raimunda und Soles (Penelope Cruz und Lola Dueñas) ab und an nach Mancha um das Grab zu pflegen. Bei der Gelegenheit besuchen sie auch Ihre alte Tante Paula und die Nachbarin Augustina. Nachdem Paula verstirbt taucht bei Soles plötzlich der Geist der verstorbenen Mutter auf. Raimunda muss sich ihrerseits unterdessen mit der Leiche ihres getöteten Ehemannes beschäftigen.
Daraus strickt Almodóvar eine Reihe wunderbar verketteter Geschichten. Es sind einfache Geschichten von Frauen über Leben, Tod, Mord, Missbrauch, Familie und Vergangenheit. Und obwohl es die Themen eines Dramas sind, kommt der Film mit der Leichtigkeit einer Komödie daher. Nichts wird dramatisiert, alles wird auf eine einfache Art und Weise erzählt. Sogar die Präsenz des Geistes der toten Mutter erhält dadurch eine erstaunliche Selbstverständlichkeit.
Der Film ist ein Meisterwerk. Er gleicht einer visuellen Novelle. Ein zentrales Thema in einer Folge von Ereignissen, objektiv erzählt und eingebettet in verschiedene Auschnitte. Die Dialoge sind präzise gesetzt, und das ganze Ensamble besticht durch eine hervorragende Leistung.
An Penelope Cruz ist deutlich zu erkennen wie sehr die Leistung eines Schauspielers auch die Leistung des Regisseurs ist. Almodóvar lockt das ganze Talent von Cruz heraus, und wenn dies kein spanischer Film wäre, so würde ich viel Geld auf einen Darsteller-Oscar verwetten.