Sommer wie Winter

Es wird langsam Zeit über zwei Filme zu berichten die ich kürzlich im Kino sah:
Deutschland ein Sommermärchen und Snow Cake.

EckeÜber ersteren Film muss man ja nicht sehr viel erzählen, die meisten werden sich noch an die deutschen Fußballwochen erinnern, egal ob man nun etwas mit dem Sport anfangen kann oder nicht. Entziehen konnte man sich dem Ereignis kaum. So gelungen wie die Weltmeisterschaft, so gelungen ist auch die Dokumentation von Sönke Wortmann. Er erzählt die Geschichte der WM ganz leise, d.h. ohne künstliche erzeugte Emotionen. Keine überlangen Zeitlupen von entscheidenden Toren, keine überdramatisierende Musik. Alle Emotionen überläßt Wortmann dem Zuschauer. Man bekommt keine Gänsehaut weil der Regisseur dies an dieser Stelle so will, sondern weil die Bilder die Emotionen wieder hervorholen. Deshalb dürfte der Film auch für jeden anders funktionieren. Ich z.B. habe mich immer wieder an die gemeinsamen Tage vor dem Fernseher, an die zwei Stadionbesuche, und die ganzen Jubelfeiern erinnert. Jemand der sich in den vier Wochen nicht so sehr vom Fußballfieber mitreißen hat lassen, bietet der Film indessen einige sehr interessante Blicke hinter die Kulissen so eines Großereignisses.
Ich finde es eine rundum gelungene Dokumentation, und empfehle jedem an Nikolaus die ARD einzuschalten.

SnowKurz zum Inhalt des zweiten Films:
Der Engländer Alex Hughes ist mit dem Auto durchs winterliche Kanada unterwegs. Eher wiederwillig nimmt er eine Anhalterin mit. Während eine Autounfalls verstirbt die Anhalterin, und Hughes macht sich auf zu der Mutter um ihr persönlich die Todesnachricht zu überbringen. Mutter Linda ist Autistin und äußert ihre Gefühle auf ihre Art, was auf Nicht-Autisten etwas befremdlich wirkt. Alex bleibt ein paar Tage bei ihr, um ihr zu helfen. Während dieser Zeit entwickelt sich auch eine kleine Romanze mit der Nachbarin.
Snow Cake ist ein wunderbarer Film. Obwohl die Handlung etwas merkwürdig konstruiert wirkt, schafft es der Film die ganze Zeit über eine unglaublich klare Realität zu vermitteln. Es ist so schön wie ohne großen Pathos hier ganz einfach die Geschichten von ein paar Menschen erzählt wird, ohne auch nur einen Augenblick langweilig zu sein. Es geht um Tod, Liebe und die Einzigartigkeit des Menschen. Und auch hier werden die Emotionen authentisch vermittelt, und zwar weil sie dem Zuseher nicht aufgezwungen werden, sondern weil sie einfach nur erzählt werden.
Besonders wird der Film auch durch seine schauspielerische Leistung. Sigourney Weaver zeigt beindruckend wieviel Facetten ihr Talent hat und erreicht spielend die Qualität wie in Der Eissturm, spätestens seit dieser Role zählt sie für mich zu den besten Charakterschauspielerinnen Hollywoods. Alan Rickman überzeugt ebenso, und ich würde mir für ihn noch mehr Hauptrollen wünschen.
Alles in allem ein sehr sehenswerter Film, und ein gelungener Auftakt meiner winterlichen Kinosession.

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