Mamma Mia

miarocktIch war war dieses Jahr eindeutig auf zu wenig Konzerten. Gestern war erst mein zweites, und das Jahr ist fast vorüber. Dafür war es dann ein rein deutsches Jahr. Gestern gab es also MIA im Kölner Palladium. Ich muß zugeben, dass ich die Musik von der Band bisher nicht sehr aufmerksam verfolgt habe. Allerdings fand ich die bekannten Hits alle sehr ansprechend, so dass ich mich einfach mal aufs Unbekannte eingelassen habe.
Pünktlich um acht ging das Saallicht aus, und die Vorband Mariannenplatz begann zu spielen. Ich habe ja mittlerweile schon einiges an Livebands erlebt, aber wie es diese Band auf die Bühne geschafft hat würde ich schon gerne wissen. OK, evtl. hatten sie einen schlechten Tag, aber da stimmte einfach gar nichts. Ein vernünftiger Sound war nicht zu erkennen, der Sänger hatte eine extrem schlechte Trefferquote bei der Tonlage, und insgesamt erreichten sie noch nicht mal Schulbandqualität. Sicherlich, die Erwartungen an eine Vorband sollten nicht zu hoch sein, aber wenigsten die Instrumente sollten einigermaßen beherrscht werden. Nun ja, Schwamm drüber.

Dann kam MIA, und sie legten auch recht ordentlich los. Gleich ein paar Hits, ein paar Coversongs (mein geliebtes „Heros“ von Bowie) ein paar Samples („under Pressure“ von Queen), alles grundsolide und gut. Die Tour und das aktuelle Album stehen unter dem Motto „Zirkus“, und das war sehr gut umgesetzt: Bühnenbild und Kostüme waren auf das Motto abgestimmt.
Musikalisch gab es nichts auszusetzten, außer vielleicht die äußerst bescheidene Akustik des Palladiums, aber da kann die Band nun mal nichts für. Trotzdem sprang der Funke nicht vollständig auf das Publikum über. Teilweise lag dies an der recht trägen Abfolge, d.h. just nach den größten Stimmungsmachern verschwand die Sängerin für ein paar Minuten um sich umzuziehen. Leider schrieb die Choreographie ein Dutzend Kostümwechsel vor. Wunderschön war eine Akrobatiknummer am Trapez von Mieze. Ungeschickt fand ich es jedoch diese mitten in das Konzert zu legen. Mit umziehen dauerte die Nummer knapp eine halbe Stunde, gerade zu dem Zeitpunkt wo das Publikum begonnen hatte sich warm zu rocken. Warum nimmt man sowas nicht als Eröffnungsnummer?
Im ganzen wirkte das Konzert sehr professionell, dadurch manchmal allerdings auch ein wenig steril. Die Interaktion mit dem Publikum erschien teilweise auch ein wenig auswendig gelernt, so dass auch hier Weniger sicherlich Mehr wäre.
Trotzdem sehenswert!

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