Deutscher Paket Dienst

Meine Arbeit bei marienfiguren.de bringt es mit sich, dass ich täglich Pakete versende und empfange. Bisher war ich der Meinung dass es kaum Unterschiede zwischen den verschiedenen Paketdiensten gibt, und dass die Erfahrungen stark vom jeweiligen Zusteller abhängen. Ich habe mich getäuscht. Erstaunlicherweise haben wir mit der Posttochter DHL bisher die besten Erfahrungen, sie schafft es in der Regel die Ware innerhalb eines Tages zu liefern. Auch GLS, UPS und Hermes sind recht zuverlässig. Nur ein sogenannter Lieferservice verdient diesen meiner Meinung nach den Namen nicht: DPD.

Der Reihe nach:
Vor ein paar Monaten warteten wir und unsere Kunden sehnsüchtig auf Ware aus Italien. Eigentlich war das Paket schon längst überfällig, so dass ich Freitags Nachmittag versuchte den Absender in Italien zu erreichen um die Paketnummer zu erfahren. Das Online-Tracking ergab, dass man angeblich versucht hatte mir das Paket zuzustellen, ich jedoch in „Urlaub“ wäre. Sehr erstaunt über diesen Eintrag rief ich beim Telefonservice von DPD an. Dort erfuhr ich, dass das Paket seit geraumer Zeit gelagert wäre, mit dem Vermerk „Empfänger in Urlaub“. Es brauchte etwas Zeit der Telefonistin klar zu machen, dass ich weder im Urlaub war, noch dass ich nicht anzutreffen gewesen sei und vor allem, dass ich noch nicht einmal eine Benachrichtigung über den angeblichen Zustellversuch bekommen habe. Ich hatte tatsächlich nichts im oder am Briefkasten, und ich war jeden Tag von Neun bis Sechs im Büro. Spätere Nachforschungen haben auch ergeben, dass keiner der Nachbarn mir angeblich einen Urlaub angedichtet hatte.
Ich bat die Telefonistin mir das Paket umgehend auszuliefern. Diese Bitte bereute ich sofort, da sie mich entsetzt in geringfügig gesteigerter Lautstärke fragte, woher sie denn am Freitag Mittag noch einen Fahrer bekommen soll. Besänftigend fragte ich nach, ob sie es denn nicht wenigstens versuchen könnte, gab Ihr die Telefonnummer und bat um Rückruf.

Zwei Stunden später war der Rückruf immer noch nicht erfolgt, so dass ich nachforschen wollte. „Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an. Bitte versuchen Sie es Montag morgen noch einmal.“, war das Einzige was ich hörte. Nun gründlich verärgert versuchte ich trotzdem jemand ans Telefon zu bekommen. Dies gelang mir, indem ich in der Geschäftszentrale in Aschaffenburg den Hausmeister erreichte, der mich an eine Mitarbeiterin der Verwaltung vermittelte, welche mich wiederum an das Frachtzentrum in Frechen durchstellte. Nach Durchgabe der Paketnummer erfuhr ich jedoch, dass es leider nicht mehr möglich ist an das Paket zu kommen, da es bereits in die Auslieferung für Montag gepackt wurde. Ich wurde netterweise gefragt, warum ich denn nicht früher angerufen hätte, dann hätte man mir es noch vorbeibringen können, oder ich hätte es abholen können. Um die Telfonatgeschichte nicht ausufern zu lassen: Wir und der Kunde mussten bis Montag warten, und ich hab mich beim Frachtstellenleiter beschwert.

Montag morgen stehe ich zufällig auf dem Balkon während der Zusteller des DPD vorfährt, und darf Zeuge werden wie er das mit „Vorsicht zerbrechlich“ gekennzeichnete Paket erstmal auf die Fahrbahn fallen läßt. Als er es mir übergibt, spreche ich ihn darauf an wie er auf die Idee kam ich sei in Urlaub gewesen. Antwort: Er sei erst seit heute auf Tour, es sei ein anderer Fahrer gewesen. Gut, denke ich mir, wenn er also neu im Geschäft ist, dann weise ich in mal kurz darauf hin, dass Pakete nicht einfach so auf die Strasse fallen sollen. Antwort: Ich soll mir die Pakete doch demnächst gefälligst selber holen. Das brachte mir wieder ein schönes Telefongespräch mit dem Frachtstellenleiter.

Die Wochen darauf hatte der Zusteller des DPD zwar meist die Klingel gefunden, mir jedoch nichts mehr zu sagen. D.h. er sah mich nur mürrisch an, drückte mir das Paket in die Hand, ließ mich nicht mal unterschreiben, und verschwand ohne einen Ton. Alles halb so schlimm, Hauptsache die Pakete kamen an. Dies ging ein paar Wochen gut, bis nach und nach die Pakete trotz meiner Anwesenheit wieder beim Nachbarn landeten, und ein Paket war wieder überdurchschnittlich lang unterwegs. Gleiches Spiel: Wieder angerufen in Frechen, wieder liegt das Paket im Frachtzentrum, diesmal mit dem Vermerk „nicht zustellbar, falsche PLZ“, wieder keine Benachrichtigung im oder am Briefkasten. Das Paket soll an dem Tag noch zugestellt werden. Bis fünf kommt jedoch kein Fahrer, und um halb sechs der Anruf dass der Fahrer einen Unfall gehabt hätte. Das Paket kommt morgen.
Am nächsten morgen kommt das Paket tatsächlich, vollkommen richtig adressiert und interessanterweise auch mit zwei unserer Telefonnummern. Die stehen nämlich seitens des Absenders immer mit drauf, für Notfälle. OK, anscheinend ist angebliche Unzustellbarkeit für den DPD kein Notfall.

Diesmal telefoniert mein Chef mit dem DPD. Er weist darauf hin, dass eine Beschwerde nicht eine Verschlimmerung der Situation zur Folge haben sollte. Seit diesem Telefonat bringt ein anderer Zussteller die Pakete.
Alles wird Gut, denke ich mir, und muß mich leider irren: Heute kommen endlich einige Pakete, auf welche ich schon länger gewartet habe. Die Verzögerung habe ich der Vorweihnachtszeit zugeschrieben. Auf einem der Pakete kleben jedoch Benachrichtigungen von insgesamt drei angeblich erfolglosen Zustellversuchen. Erstaunt frage ich den Zusteller wieso diese auf den Paketen kleben, und nicht im Briefkasten waren. Seine Aussage dazu: „Die hingen doch an der Tür, aber ist doch egal, Sie haben die Pakete doch jetzt“. So langsam zweifle ich an mir selbst und befrage alle Nachbarn, die genau wie ich täglich mehrmals die Eingangstür benutzen. Eindeutige Aussage mehrerer Zeugen, an der Tür hat nichts geklebt. Da der Briefkasten von außen ugänglich ist, wäre die Klebevariante eh etwas idiotisch.
Nun ja, mittlerweile kenne ich schon einige der Telefonistinnen des DPD. Dummerweise bringt der ganze Ärger nichts, denn die Pakete aus Italien werden leider von genau diesem „Lieferservice“ ausgetragen, wenn man da von Austragen sprechen kann.

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