Mind the Gap

16546Ein paar Worte zu einer unangenehmen Erfahrung in London: Die Komplettüberwachung.
Wo man sich auch innerhalb der Stadt bewegt, irgendwo ist eine Überwachungskamera zu entdecken. Ich persönlich fühle mich dabei nicht wohl. Man stellt die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht und schürt nur Angst und Mißtrauen. Diese paranoide Angst ist insofern Absurd, da sie genau eines der Ziele des Terrorismus ist: Angst verbreiten. Und bisher hat auch die strengste Überwachung den Terrorismus nicht verhindert, ich wage sogar zu behaupten sie hat ihn eher gefördert.
Kontrolle scheint aber generell ein wichtiges Thema in London zu sein. Abgesehen von den Kameras wurde ich schon seit Jahrzehnten an keiner innereuropäischen Grenze mehr so scharf kontrolliert. Es ist fast wie eine kleine Zeitreise in die 80er Jahre. Selbst in die Schweiz (als nicht EU-Staat) kommt man einfacher über die Grenze.
Zu dem Thema gehören auch die penetranten Durchsagen auf Bahn- und U-Bahnstationen und in den Zügen selbst. Eigentlich gut gemeint fangen sie schnell an zu nerven. Man wird auf alles hingewiesen: „Mind the Gap“, „Nehmen Sie alles wieder mit, was Ihnen gehört“, „Always touch in and touch out“, „Next Station is xxx, please change here for yyy-Line“, „Auf Grund eines Signalfehlers kommt es auf Linie xxx zu Verspätungen“, „Wir sind stolz Ihnen mitteilen zu dürfen das Linie yyy ohne Verspätung ist“. usw.
Wichtige Mitteilungen nimmt man gar nicht mehr war, da so viel Durchgesagt wird, dass man nicht mehr Aufmerksam ist. Ab und an hatte ich durch Kameras und Durchsagen tatsächlich das Gefühl mich in einer sozialistischen Diktatur des vergangenen Jahrhunderts zu bewegen.

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