Babel is a hot fuzz on a scandal

Zwischenzeitlich habe ich noch drei Filme im Kino gesehen: Hot Fuzz (gesehen in London, in deutschen Kinos erst im Juni zu sehen), Babel und Notes on a Scandal.
Nun gut, drei Filme in einem Beitrag sind ein wenig viel, deshalb gibt es auch keine Inhaltsangaben sondern nur meine persönliche Bewertungen.

hot fuzzHot Fuzz ist ein recht unterhaltsamer und äußerst witziger Film. Ich bin mir jedoch jetzt schon sicher, dass er in der Synchronisation viel von seinem britischem Humor einbüßen wird. Ich habe herzlich gelacht, und der Film hat das Zeug zum Kassenschlager zu werden. Leider nimmt er in der letzten halben Stunde eine Wendung die ich als „Hollywoodisierung“ bezeichnen würde, und die dem Film nicht gut bekommt. Gerade der Versuch der Masse auch außerhalb Großbrittanniens zu gefallen wird meiner Meinung nach das Problem sein ihn zu vermarkten. Der Film hat Charm, Witz und subtilen Humor und ist auch sehenswert, bricht aber auf der Zielgerade ein. Sehenswert: Timothy Dalton in einer Nebenrolle.

babelBabel. Ein wunderbarer Film. Auch wenn es nicht mehr so neu ist verschiedene Episoden eines Themas zu verknüpfen, und jeder zweite Film sich mittlerweile dieses Musters bedient, so ragt Babel meiner Meinung nach heraus. Und zwar gerade daurch, dass er nicht krampfhaft versucht die verschiedenen Handlungsstränge am Ende fest zusammenzufügen, sondern dass es nur ganz zarte, fragile Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten gibt. So wirkt jeder Plot für sich und ist nicht erst durch eine eine übergeordnete Handlung wirksam. Besonders hervorzuheben sind jedoch die schauspielerischen Leistungen. Ich habe schon lange nicht mehr so eine geballte Intensität eines Films gespürt die zum großen Teil nur durch die Schauspieler getragen wird. Jeder scheint sein äußerstes zu geben, besonders hervorzuheben sind hier Rinko Kikuchi und Adriana Barraza. In einem Theater hätte ich allein für die beiden stundenlang stehende Ovationen gegeben. Umso mehr ärgert es mich, dass sie sich bei den Oscars der „American Idol“-Verliererin Jennifer Hudson geschlagen geben mussten.
Babel ist jedoch ein reiner Kinofilm. Auf dem Bildschirm würde jeder Zauber verloren gehen, deshalb unbedingt auf einer Leinwand sehen.

noasNotes on a Scandal lebt auch von den Schauspielern. Cate Blanchett und Judie Dench machen aus einem durchschnittlichen Drehbuch einen leicht überdurchschnittlichen Film. Muss man Babel auf der Leinwand sehen, so halte ich Notes on a Scandal eher für einen Fernsehfilm, der es auf die Leinwand geschafft hat. Er ist sehenswert, aber Schwächen im Drehbuch lassen ihn schnell verhallen. Das Thema und die außerordentlichen Schauspieler haben mehr versprochen als der Film halten kann. Da hat sich der Regisseur teilweise etwas übernommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.