Schwangere Männer im Libanon

Ein paar Worte zu den letzten Kinofilmen die ich in der letzten Zeit gesehen habe:

Juno war überraschend als bester Film bei den diesjährigen Oscars nominiert, und hat allein in den USA mehr als 140 Millionen Dollar an Einspielergebnis gebracht. Vermutlich liegt der Erfolg daran, dass der Film das Thema Teenagerschwangerschaft weder als Vorlage für ein Betroffenheitsdrama noch als Klamauk missbraucht. Mit intelligenten humorvollen Dialogen gelingt ein nettes Stück Kino. Mehr allerdings auch nicht. Mir hat er wirklich Spaß gemacht, aber wenn man ihn mit erfolgreichen Independent-Filmen der letzten Jahre wie z.B. Sideways oder Little Miss Sunshine vergleicht, dann bleibt er doch ein Stück weit zurück. Die Oscarnominierung finde ich da evtl. doch ein wenig zu viel des Guten.

Caramel ist ein kleines Kinojuwel aus dem Libanon. Zentrum des Films ist ein Schönheitssalon mit dem Namen „Si Belle“ in Beirut. Hier treffen fünf Frauen mit den unterschiedlichsten Alltagsproblemen aufeinander. Damit ist eigentlich schon die Handlung des ganzen Films umrissen, und genau das macht ihn so wunderbar. Hier werden keine großen Geschichten erzählt, sondern die kleinen Dinge des Lebens thematisiert, so wie sie auf der ganzen Welt zu finden sind.
Mehr will ich dazu nicht schreiben, einfach ansehen und genießen.
Einen schönen Nebeneffekt hat der Film auch noch: Er gibt dem Wort „Libanon“ seine menschliche Seite zurück.

Zu No Country for Old Men wurde schon viel geschrieben, und er hat eine Vielzahl von Preisen bekommen. Ein wirklich sehenswerter, fast perfekter Film. Trotzdem wird er nicht mein liebster Coen-Brüder-Film werden. Vermutlich liegt es daran, dass er mir schon fast zu perfekt ist, und dass die Grundstimmung einfach extrem düster ist. Fargo z.B. wirkt da ein wenig verdaulicher.
Dennoch wird NCfOM sicher ein Klassiker und ist allein deswegen ein Muss für jeden Kinoliebhaber.

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