Die 10 wichtigsten Merkmale eines guten Internetforums

  • Moderation
    Ein gutes Internetforum wird moderiert. Im Idealfall hat jeder Nutzer gleichzeitig die Funktion eines Moderators, so dass direkt mit Beginn eines neuen Diskussionstrangs nur noch über die Frage diskutiert wird ob diese Frage/These eigentlich diskussionswürdig ist. Die Befürworter der Schließung und der Offenhaltung des Threads halten sich die Waage.
  • Suchfunktion
    Ein gutes Forum besitzt eine Suchfunktion, welche jedoch nur den Zweck erfüllt dass auf sie hingewiesen wird. Benutzt wird die Funktion grundsätzlich nicht, was an einem Dutzend der gleichen Diskussionen untereinander zu erkennen ist. In den einzelnen Diskussionsträngen wird in der Fragestellung bereits auf eine vergebliche Suche nach dem Thema hingewiesen, welche aber postwendend mit einem Suchlink widerlegt wird.
  • Grundsatzdiskussion
    Ein gutes Forum erkennt man an der Handvoll von Powerusern, die es schaffen jeden Thread in eine Grundsatzdiskussion ihrer unverrückbaren Standpunkte zu verwickeln. Beliebte Themen sind z.B.: Berlin vs. München, Airbus vs. Boeing, CDU vs. Grüne, Schalke vs. Bayern, Vadafon vs. T-Mobile oder Windows vs. Mac. Spätestens nach drei Einträgen sollte die Grundsatzdiskussion erreicht sein, sonst taugt das Forum nichts.
  • Signaturen
    In einem guten Forum will ich etwas über die Nutzer erfahren. Dazu brauche ich keine interessanten Beiträge des Nutzers, es reicht ein Smiley zu der Frage ob Atomkraft die Lösung der Energiekrise darstellt. Wichtig ist die Signatur: je mehr Fotos, Buttons und blinkende GIFs umso besser. Ich will sämtliche Fotos des letzten Mallorcaurlaubs, die Banner für alle seinen benutzten PC-Programme und noch eine überdimensionierte animierte Deutschlandfahne deren Pixel mir die Herkunft aus den 80ern verrät.
  • Orthografie!!!!!!!
    Ein gutes Forum erkenne ich an orthografisch wertvollen Beiträgen und der Tatsache dass alle Satzzeichen bereits im Titel verbraucht wurden und deshalb in dem Eintrag weder Punkt noch Komma vorkommen bzw. durch erstaunlich neue Satzzeichen wie dem + oder dem # ersetzt werden und an Wörten wie „kucken“ „Orginal“ „währe“ „einzigste“
  • Wertigkeit
    In einem guten Forum kann man bestimmte Beiträge festheften, so dass sie unabhängig von der Aktualität immer oben erscheinen. So kennzeichnet man wichtige Beiträge und Fragestellungen. Ein besonders interessantes Forum erkennt man an mindestens zwanzig festgehefteten Beiträgen, denn hier ist alles wichtig, und man hat einen hervorragenden Überblick.
  • Technik
    Ein gutes Forum benutzt die Technik vom Ende der 80er Jahre. Wer braucht schon die ganzen Sonderfunktionen wie z.B. „Zitieren“, „Ignorieren“ oder „Abonnieren“.
  • Allgemeingültigkeit
    In einem guten Forum wird nicht nach verschiedenen Bedürfnissen unterschieden. Da wir Menschen nur eine gleichförmige Masse darstellen gilt: Wenn ich keinen Bedarf an einem iPhone habe ist das Gerät zu teuer, kann nichts und braucht auch gar nicht verkauft zu werden. Und wenn ich Berlin für die tollste Stadt der Welt halte, dann muss dass auch für alle anderen gelten und ich lasse keine andere Meinung zu.
  • Aktualität
    In einem guten Forum ist jeder Beitrag und jeder Artikel aktuell, selbst wenn er von der Bundestagswahl 2005 stammt ist er es Wert aus der Versenkung geholt zu werden um dort eine Antwort zu verfassen mit dem Inhalt: „Sehe ich auch so!“
  • Quellenangaben
    Ein gutes Forum braucht in seinen Beiträgen keine Quellenangaben für obskure Thesen. Ausnahmen bilden natürlich so verläßliche Quellen wie die Freundin aus dem Strickkreis von der Cousine des Friseurs. Wenn man schon so wichtige Quellen kennt, dann sollte man sie auch nennen. Da aber die meisten Nutzer sowieso Insider sind braucht man sich eigentlich keine Gedanken über seriöse Quellen zu machen.

Ein Gedanke zu „Die 10 wichtigsten Merkmale eines guten Internetforums

  1. Am Besten finde ich immer die, die in ihrer Signatur darauf hinweisen, dass man Rechtschreibfehler behalten darf, wenn man welche findet. Dabei kann es ohne Satzzeichen und mit selbsterfundener Orthographie schon sehr schwierig werden zu verstehen, was die Leute so meinen. Mein liebstes Beispiel ist noch immer, als jemand von seinem „Kurseng“ erzählte und ich Minuten brauchte um zu verstehen, dass er den „Cousin“ meinte…

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