Ist Paris wirklich so?

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Das Genre Episodenfilm taucht in den letzten Jahren nahezu inflationär in den Kinos auf. So war auch die erste Reaktion meinerseits auf einen Trailer von So ist Paris eher verhalten. Letztendlich waren es drei Faktoren die mich dennoch in den Film lockten: Juliette Binoche, Romain Duris und das bescheidene Sommerwetter. Ich habe es nicht bereut. Es ist zwar kein Meisterwerk aber doch einer der besseren Episodenfilme.
Allein die sehr guten Schauspieler tragen dazu bei dass sich dieser Film aus der Masse abhebt. Romain Duris zeichnet die Figur des Herzkranken Pierres hervorragend und gibt dem Film seinen zentralen Handlungspunkt. Über Juliette Binoche habe ich gelesen, dass sie hier die bessere Julia Roberts gibt, und ich muss tatsächlich zustimmen. Sie spielt so wunderbar, dass es mir fast die Tränen in die Augen treibt. Auch alle Nebenrollen sind sehr gut besetzt, und Mélanie Laurent ist wohl eine der schönsten Frauen unserer Zeit.
Das Bemerkenswerte an So ist Paris ist, dass nicht Krampfhaft eine Reihe von Geschichten erzählt wird die sich zum Ende künstlerisch verweben, sondern dass es nur feine Berührungspunkte gibt welche nicht konstruiert wirken. Die Geschichten können parallel nebeneinander bestehen und sind nicht voneinander abhängig. Dies gibt dem Film eine wunderbare Leichtigkeit.
Interessant ist auch das Bild was von Paris gezeichnet wird. Es ist eine Herbststadt, seltsamerweise genau das Bild was ich auch mit Paris verbinde. Paris hat einen gewissen hellen Grauton und die verwelkten Blätter treiben durch die Strassen. Die Stadt verkörpert den Herbst kurz vor dem Beginn des Winters und gibt so eine schöne Metapher über die Lebensphasen der meisten Charaktere.
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