Totschläger am Dom

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Am Samstag war also das The Killers Konzert auf dem Roncalliplatz. Glücklicherweise zeigte sich der Sommer an diesem Tag nicht ganz so grausig, und es herrschte angenehmes Open Air Wetter. Kurz nach halb Acht startete die Vorgruppe The Rascals, eine kleine Indie-Rockband aus England, dessen Sänger aussah wie der leibhaftige Sohn von Liam Gallagher. Ich habe schon schlechtere Vorbands gesehen und war eigentlich ganz zufrieden. Es ist zwar nicht meine Musik, aber die Band war ziemlich solide in ihrem Auftritt. Dann folgte ein relativ langer Umbau.
Die Bühne wurde für eine große Show hergerichtet: Über die volle Bühnenbreite eine Scheinwerferwand, eine Fototapete mit Waldmotiv als Hintergrund, weitere Scheinwerferkegel im hinteren Bühnenbereich, Pyroinstallationen am Bühnenrand und eine riesige chinesische Vase mit Blumenschmuck. Um kurz vor Neun hatte das Warten ein Ende und die Band betrat die Bühne. Für mich folgte ein schwerer Schock, da Brandon Flowers seinen großartigen Bart abrasiert hatte. Tja, ich bin manchmal ein wenig oberflächlich, aber mit Bart sah er einfach nochmals ein Stückchen besser aus.
Nun gut, zum musikalischen: The Killers sind eine hervorragende Liveband. Die Töne sitzen, die Stimme rockt und die Lieder werden nicht einfach in der Radioedit-Version heruntergespielt, sondern unterschiedlich interpretiert. Das Konzert hätte also eigentlich perfekt sein können, aber leider gab es doch ein paar Schönheitsmakel. Der Sound war durchweg viel zu leise und bei zwei Liedern auch nicht gut abgemischt. Gerade bei einem Open-Air-Konzert ist es mit der Lautstärke deshalb ein Problem, da Sound und Jubel relativ schnell verfliegen und ein wenig auf die Stimmung drücken. Außerdem ist Brandon Flowers nicht besonders kommunikativ auf der Bühne. Normalerweise mag ich es auch nicht wenn andauernd geredet wird, aber an so einem Ort vor der Kulisse des Doms erwartet man evtl. dann doch ein wenig mehr als nur ein „Its awesome, eehm you know“. Ab und an brauch das Publikum auch wenig Streicheleinheiten.
Das größte Manko war jedoch, dass das Konzert extrem kurz war. Ok, nach zwei Studioalben gibt es noch nicht das ganz große Repertoire, aber mehr als 1h15 sollten schon drin sein.
Mein absolutes Highlight war eine langsame Version von Sams Town und ein neues Lied für die kommende Platte namens Spaceman.

Die Setlist war folgende:

  • For Reasons Unknown
  • Somebody Told Me
  • Shadowplay
  • Sweet Talk
  • Bones
  • Spaceman
  • Tranquilize
  • When You Were Young
  • Under The Gun
  • Sam’s Town (langsame Version)
  • Smile Like You Mean It (langsame Version)
  • Read My Mind
  • Mr. Brightside
  • Jenny Was A Friend of Mine
  • This River Is Wild
  • All These Things That I’ve Done

Natürlich gab es auch wieder das Problem mit Murphys Law, weil sich die Gruppe volltrunkener Idioten während des Konzerts plötzlich direkt neben uns befand ziemliche Randale provozierten. Mir immer wieder unbegreiflich dass man sich so volllaufen läßt, dass man eh nichts vom Konzert mitbekommt.
Außerdem meine ich zu beobachten, dass sich die Verhaltensweise von Konzertbesuchern in den letzten Jahren zum schlechten hin verändert hat. Irgendwie ging vor 10-15 Jahren noch viel mehr Stimmung vom Publikum aus. Heutzutage scheint sich die Konsumhaltung durchgesetzt zu haben. Statt sich aktiv an dem Ereignis zu beteiligen wird nur noch auf Kommando und Herausforderung agiert. Auch schön zu beobachten in den Bundesligastadien oder bei Traditionsfesten wie z.B. dem Karneval.
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