Da der Schorsch am Sonntag seinen Geburtstag feiert, ist er samt Haus und Hund abgehauen…ein langes Wochenende an der niederländischen Küste!
Das ist die Gelegenheit, mich für seinen Gastbeitrag bei mir zu revanchieren. Mein Name ist Sascha und im Normalfall schreibe ich auf meinem Heimatblog endgueltig.
Am niederländischen Strand ist Sturm angesagt, welcher die Nordsee sicher zum rauschen bringt und auch die ein oder andere größere Welle wird Schorsch dort zu sehen bekommen. Das ist doch eine tolle Möglichkeit für mich, einmal über Googles neuesten Schachzug in der Eroberung der Welt zu berichten: Google Wave.
Was ist Wave?
Wave ist eine Möglichkeit, in Echtzeit anderen beim Tippen zuzusehen. Ja, genau. Mehr erst einmal nicht. Aber das ist eine große Sache… Zumindest, wenn man in einer Wave mitmacht. Eine Wave ist ein übergreifendes Thema, das über eine Zeitleiste betrachtet wird; es bekommt auch eine eigene URL. Diese URL kann man überall integrieren – auch in die eigene Website. Man kann auch einzelne Unterthemen zu diesem Thema erstellen, das ist dann ein Wavelet.
Sie sind hierarchisierbar wie Threads bei Diskussionsforen. Dort können dann bestimmte Leute oder Sprachgruppen ihren Senf zum Hauptthema abgeben oder einfach Nebendiskussionen führen.
Es können beliebig viele mitmachen und zum Thema etwas schreiben, das ist dann ein einzelnes blip. Dies ist die kleinste Informationseinheit in einer Wave. Es kann ein normaler Text sein, aber auch Links zu Bildern, Videos, Dokumenten oder die Dateien selbst können zu einem blip werden. Eine Wave enthält auch kleine Programme namens Gadgets aus der Google–Open–Social–Welt oder kleine automatisierte Robots, die als dienstbare Geister wiederkehrende Aufgaben erfüllen und eine Wave mit stets aktuellen Daten versorgen können (Tweets mit bestimmten Hashtags integrieren oder sogar mit Nutzern interagieren).
Wave ist eine Open–Source–Plattform von Google, die alle Entwickler, Nerds, Geeks, Freaks und Normalos einlädt, sich beim Ausbau zu beteiligen. So gibt es zum Beispiel mit Twave schon eine Twitter-Applikation für Wave. Aber dazu später mehr. Neben iGoogle–Gadgets können Entwickler auch Applikationen entwickeln, wie wir sie von Facebook kennen. Sogar ganze Spiele sind integrierbar. Es wird also nicht lange dauern, bis uns viele zeitraubende Wave-Möglichkeiten das Leben versüßen wollen. Wie leistungsfähig die Plattform ist, wird sich zeigen. Auch die Tatsache, dass so ein System anfällig ist für Überflutungen mit Werbung und Spam, scheint bisher nicht so sehr zu interessieren.
Aber eines ist zentral, und bietet den größtmöglichen Nutzen und gleichzeitig den potenziell größten Schaden, denn wirklich jeder Buchstabe in einer Wave wird von jedem mit jedem geteilt. Es dürfen also alle alles ändern. Vergleichbar mit einem Wiki entsteht parallel eine enorme Datenflut, die jede Änderungen protokolliert und es den Nutzern ermöglicht, wieder zu einem früheren Status zurückzukehren. Wikipedia hat diese enorme Freiheit gerade eingeschränkt, um langjährigen Wikiautoren besondere Autoritäten zu verleihen, damit ein bestimmter Qualitätsstandard gehalten wird. Es wird ein sehr spannendes Experiment, wie wir damit umgehen, dass jeder immer alles ändern kann. Natürlich sind auch Kommentare möglich und erwünscht. Ob es hier auch bestimmte Autoritäten bei begehrten Waves geben wird, bleibt abzuwarten. Falls nicht, hätten wir die erste wirklich liquide Informationsplattform vor uns, die inhaltlich zu jeder Zeit ins Bodenlose oder ins bessere pendeln kann.
Wer jetzt selbst Hand anlegen und einen Robot erstellen will, der kommt hier weiter. Wer sich die Google–Wave–API genauer ansehen will, der wird hier und dort fündig. Einen ersten Blick sollten Extensions-Entwickler hierhin zu Mashable werfen. Das ganze Wave–Programm gibt es aber bei den Google Wave Ressources. Und wer sich mit dem Einbinden ein paar tolle Ideen für neue Websites ausgedacht hat, der wird hier Wege finden, aus den Waves anderer Leute etwas Schönes zu machen beim Wave Embed Developer’s Guide. Hier noch den Link zum Google Wave Federation Protocol für schöneres Einbinden in einer welligeren Welt.
Pingback: Sascha
juliaL49
So, dann erstmal auf diesem Wege alles Gute für Georg :)
Und dann: Sascha, das hört sich ja unglaublich toll an! Ich will auch auf die Welle!