Glanzpunkte

grosa

Mögen die Tiefpunkte des vergangenen Jahres die Höhepunkte des kommenden sein.
Unbekannt



Kleine Nachbetrachtung der Oscarnacht in Stichpunkten:

  • Moderation: Baldwin und Martin waren vermutlich die größte Enttäuschung des Abends. Habe mich versucht an noch schwächere Moderatoren in den letzten zwanzig Jahren zu erinnern, aber da war nichts schlimmeres. Die Witze hatten das Niveau einer 80er-Jahre „Mainz wie es singt und Lacht“-Sitzung, und die beiden hatten Mühe sie vom Teleprompter abzulesen, so dass selbst die erträglicheren Gags zündeten wie eine nasse Lunte. Auftakt und Einspieler ware zudem so unglaublich uninspiriert, dass es fast zur Qual wurde.
  • Glamourfaktor: Es fehlte über weite Strecken das gewisse etwas, der so genannte Starappeal. Das mag daran liegen, dass die beiden Frontrunner-Filme entweder gänzlich ohne Schauspieler auskamen (Avatar) oder nicht über eine besonders bekannte Besetzung verfügte (The Hurt Locker). Die Dichte an Stars war dem entsprechend gering. Und bei allem Wohlwollen, Zac Efron und Miley Cyrus versprühen eher das Gegenteil von Glamour und haben einen eher auf der Eröffnung eines Disney-Stores wähnen lassen. Zu der geringen Stardichte kam ein Bühnenbild, welches statt „Gala“ ganz laut das Wort „Wirtschaftskrise“ zu brüllen schien. Düster, klein und ohne Pomp, und dazu mit einer Bildregie die ständig auf Supertotale schaltete, so dass es manchmal zu einem Rätsel ausartete welcher Person man da gerade lauscht.
  • Preisträger: Die Nebendarsteller waren fest gesetzt, und bei Waltz geht es in Ordnung, bei Mo’Nique kann ich mir kein Urteil bilden. Auch bei den Hauptdarstellern gab es die erwarteten Gewinner, und während ich Bridges herzlich gratuliere, so komme ich immer noch nicht darüber hinweg das Frau Bullock mit der Statue nach Hause gehen durfte. Klar, ich hab den Film noch nicht gesehen und kann es nicht bewerten, aber ich habe eine wirklich extrem schlechte Meinung von Ihr und Ihrer „Schauspielkunst“, und zudem ist sie mir einfach unsympathisch.

    „The Time has come“, die Worte von Barbra waren gut gewählt, denn es war wirklich an der Zeit festzustellen, dass auch Frauen Regie führen können. Die Sichtung von „The Hurt Locker“ steht noch aus, aber ich bin in erster Linie froh, das Avatar nicht der Abräumer geworden ist wie man evtl. befürchten konnte. Denn wenn einem Film wesentliche Bestandteile fehlen, so wie Avatar ein Drehbuch und schauspielerische Leistung, dann kann es einfach nicht der „beste Film“ sein. Und auch bei Cameron mache ich keinen Hehl aus meiner Antipathie. Ich finde er gehört zu den am meisten überschätzten Regisseuren. Was er gut kann ist „Teuer“, aber mit Ausnahme von Alien sind es meines Erachtens nur blutleere Materialschlachten mit gutem Marketing. Und Avatar ist der Höhepunkt der Seelenlosen Produktionen.

  • Mode: Was wären die Oscars ohne das obligatorische „What are you wearing?“ Auch hier beherrschte aber leider irgendwie das Label „Wirtschaftskrise“ die Szenerie. Merkwürdigerweise hatten gerade die Damen mit Figurproblemen die engsten Kleider an, während die ernsthaft magersüchtig erscheinenden wie z.B. Sarah Jessica Parker in überdimensionale Sackkleider gehüllt waren aus denen nur spitze Schulterknochen hervorstachen. Blasse Rosatöne und Pastell war angesagt, dummerweise auch bei weißhäutigen oder rothaarigen Typen, so dass ich manchmal das Gefühl hatte eine Folge Poltergeist zu schauen. Und die Friseure in L.A. waren vermutlich alle auf einem Betriebsausflug, denn was auf den Köpfen der Damen und Herren teilweise zu sehen war spottet jeder Beschreibung.

Fazit: Eine äußerst schwache Verleihung, insbesondere auf Grund der unterirdischen Moderation und dem Mangel an starken Persönlichkeiten unter den wenigen anwesenden Stars. Die Verteilung der Gewinner macht aber teilweise etwas Wett, auch wenn es hier und da ein paar böse Ausrutscher gab.

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