Archives for category: Architektur

gbahn

Das Schönste am Schenken ist das Leuchten in den Augen der Beschenkten.
Aus Russland

So ein Jahrestag hat ja die Eigenschaft, dass eine Menge netter und lieber Menschen einen mit Glückwünschen und Geschenken bedenken.

Von meinem Angetrauten wurde (bzw. werde, da die Lieferung noch nicht eingetroffen ist) ich mit diesem formschönen Gegenstand beglückt. Ich kann es kaum erwarten so ganz ohne Scrollrad, nur durch die Bewegung meiner Finger, durch die unendlichen Welten des Internets zu huschen. Lieben Dank nochmals, mein Käsekuchen!

p_1600_1200_0EB798D4-1582-4100-A91E-3AFE53960A01.jpegl_1600_1200_25405C73-E7C2-47EE-B845-9C3BD817AF4E.jpegGestern wurde ich dann von S. und L. auf eine Rätseljagd durch Köln gejagt. Eine sehr schöne Idee, verbunden mit einigen recht anspruchsvollen Aufgaben. So wusste ich zwar, dass der offizielle Name des Aachener Weihers “Hiroshima-Nagasaki-Park” ist, aber die Verbindung einer billigen Schuhmarke mit der R.E.M.-Single “All the Way to Reno” wollte mir partout nicht einfallen. Der Umweg über geparkte Minister, Sodoku-Rätsel, Taufbecken und mexikanische Schauspieler brachte mich dann zur Belohnung zu einem französischen Essen und auch noch zu einem Architekturführer meiner Heimatstadt. Vielen lieben Dank nochmals, es hat mir sehr viel Spaß gemacht!

Und auch ein großes Dankeschön für all die Anrufe, Glückwunschnachrichten und SMS!

glasg

Behandle deinen Gast zwei Tage lang als Gast, aber am dritten Tag gib ihm eine Hacke.
Von den Suaheli



snapendRuhig hier, sehr ruhig. Schnell dem Blog wieder etwas Leben einhauchen. Themen suchen, Gedanken abarbeiten, Berichte verfassen.
Ganz so untätig wie es hier aussieht war ich jedoch doch nicht. Ich bin fremdgegangen. Auf endgültig war Urlaubszeit, und deshalb habe ich dort einen Gastbeitrag verfasst. Wer mich also vermisst hat findet hier etwas von mir.

gtaste

Der Erfolg kommt nur über die Brücke der Planung zu dir.
Adolf Loos, österreichischer Architekt



Ab Sonntag werde ich mir eine Woche Auszeit gönnen. Einer kurzer Hopser über den Kanal wird mich in die coolste Stadt Europas führen: London.
Eine Woche Zeit um einiges zu tun. Noch füllt sich die Planung erst langsam. Ich erwarte Vorschläge in den Kommentaren um die Liste zu erweitern.

img_0492

Architektur ist erstarrte Musik.
Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph

Am Sonntag war ich in der Ausstellung Gottfried Böhm – Felsen aus Beton und Glas des Deutschen Architekturmuseums im Museum für Angewandte Kunst in Köln. Ich habe wohl selten eine so schlecht konzipierte Ausstellung besucht wie diese.

Zunächst war es schier unmöglich die Reihenfolge der Exponate zu erkennen. Irregeleitet sucht man den Anfang bis man genervt wahllos irgendwo beginnt. Dann der nächste Frust: Keine weiterführenden Informationen zu Plänen oder Modellen. Diese befinden sich spärlich in einem Begleitheft welches einem am Anfang in die Hand gedrückt wurde. Informationen die gerade bei Architekturausstellungen hilfreich wären sucht man vergeblich. Keine Umgebungspläne, kein Maßstab, keine Hinweise zum Wettbewerb oder zur Aufgabenstellung.
Da hängen fünf Zeichnungen eines Bauwerks und mittendrin eine Skizze eines komplett anderen Entwurfs. Vermutlich als Vergleich gedacht, jedoch einfach nur verwirrend da die spärliche Beschilderung darüber keinen Aufschluss gibt.

Im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt war die Höhe der Hängungen. Da steht man vor vier bis fünf Meter hohen Wänden an denen am obersten Ende unter der Decke Zeichnungen hängen. Diese werden dann auch noch so beleuchtet, dass man nur mit Mühe irgend etwas erahnen kann. Diese schlanken hohen Wände haben dann untereinander auch noch so geringe Abstände, dass man nicht einmal die Chance hat sich die Exponate unter der Decke aus einer anderen Perspektive anzuschauen.

Dem Kurator kann man nur sagen: Kläglich versagt!

Jedem Kölner rate ich sich die Bauten von Böhm lieber in der Realität anzuschauen. In der Umgebung sind genug Beispiele seiner Baukunst zu bestaunen, und man bekommt vermutlich mehr Einblicke als in der Ausstellung im MAK.

P1030799Trotz meiner umfassenden Reisen in meinem Leben war ich dieses Jahr das erste Mal in Spanien. Anfang des Sommers in Madrid und nun in Barcelona. Nach meiner Rückkehr sah ich in den letzten Tagen immer wieder in erstaunte Gesichter, als ich auf die Frage “Und, wie fandest du Barcelona?” mit dem Satz antwortete: “Barcelona ist ohne Frage eine schöne Stadt, aber Madrid finde ich wesentlich reizvoller”.
Ich will diese Aussage erklären: Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Der Zeitpunkt nach Barcelona zu reisen war sicherlich nicht der beste. Es war Hauptreisezeit und dementsprechend viele Touristen waren anwesend. Dazu kamen noch unzählige Tagestouristen aus den umliegenden Strandbunkern. Zweitens hat Antonio Gaudi der Stadt teilweise seinen Stempel aufgedrückt. Natürlich war er ein genialer Architekt, aber ich mag seine Architektur einfach nicht.

35260

Über die Menge an Touristen will ich mich gar nicht beschweren, wie auch, ich bin schließlich selbst einer. Aber die Art des Tourismus die Barcelona anzieht und auch fördert gefällt mir nicht, und sie wird der Stadt auf lange Sicht auch nicht gut tun. Die obligatorischen “Karikaturmaler”, Souvenirhändler, lebenden Statuen etc. gibt es jeder Stadt. Aber meist ist dies auf einen bestimmten Radius beschränkt. In Barcelona hatte ich jedoch das Gefühl mich in einem Themenpark zu bewegen. Befriedigt wird zum größten Teil nur, ich sage dies jetzt bewußt provokant, Unterschichten-Urlaub. Billigster Ramsch gepaart mit kulturloser Unterhaltung. Die Stadt dient nur noch als Kulisse, die Einheimischen als Servicepersonal. Eine gefährliche Entwicklung für die Stadt, denn die Kulisse ist austauschbar. Die Stadt wird ihres ursprünglichen Charakters beraubt und ist nur noch Hülse für den globalisierten Unterhaltungsmarkt. Ein zweischneidiges Schwert, denn einerseits lebt die Stadt vom Tourismus, aber andererseits muss sie sich vor der Überwucherung schützen. Barcelona hat da meiner Meinung nach einiges falsch gemacht. Als Beispiele nehme ich nur mal den Hafen und die Vila Olimpica. Hier wurde vollkommen einseitig auf Konsumtourismus gesetzt: Einkaufszentren, IMAX, Aquarium, Spielcasinos. Gesichtslose Vergnügnungstempel in Allerweltsarchitektur. Als ob Barcelona nicht in Spanien liegen würde, sondern eine Nachbarstadt von Miami wäre. Nicht häßlich, aber Magnet für alles Kulturloses. Die Falle in die Barcelona tappt, ist für alle Reiseziele ein Problem. Aber es gäbe Möglichkeiten sie zu umgehen.

35372

Nochmals: Ich mag Barcelona und finde es auch eine schöne Stadt, aber die Stadt ist mir zu sehr auf eine Art des Tourismus zugeschnitten die ich nicht sonderlich schätze. Und der Tourismus hat die Oberhand über die Menschen die in der Stadt leben. Deshalb finde ich Madrid reizvoller. Die Mischung zwischen funktionierender lebendiger Stadt und Tourismus ist ausgewogener, und sie bewahrt trotz Fortschritts ihren eigenen Charakter.