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Ostern ist mein liebstes Kirchenfest. Wahrscheinlich weniger wegen der christlichen Bedeutung, sondern wegen der Lage im Kalender. Es ist immer wie ein Startschuß für die Seele, der Aufbruch für die hellen, warmen Tage. Dieses Jahr mit so einer Wucht, dass ich mir gleich einen Sonnenbrand im Gesicht geholt habe. Der Besuch bei meinen Eltern in Oberbayern bescherte mir auch wieder einige Stunden Bahnfahrt durch das sonnige, österliche Deutschland. Seltsamerweise werde ich immer ein Stück weit melancholisch wenn ich stundenlang aus dem Fenster auf Land und Leute blicke.

Erwähnenswertes diese Woche:

  • Den Roman Die Terroristen zu Ende gelesen. Erstaunlich wie aktuell ein Roman vom Ende der 70er Jahre sein kann. Teilweise muss man dem Autorenduo schon fast hellseherische Fähigkeiten unterstellen. Ich sage nur soviel: Ein Gouverneur aus Texas als Präsidentschaftskandidat, der mit seinen extrem rechten Ansichten und der Unfähigkeit politische Zusammenhänge zu verstehen, die Welt nahe an einen Weltkrieg führt.
  • Bei einem Abendspaziergang am Rhein spielte sich am Himmel ein unglaubliches Lichtspektakel ab und tauchte die Skyline in ein atemberaubendes Farbenspiel. Würde ich diese Stadt nicht schon so sehr lieben, spätestens seit diesem Moment wäre es um mich geschehen gewesen.
  • Mittlerweile die dritte Folge von Brothers and Sisters gesehen. Dies ist wirklich eine Serie nach meinem Geschmack. Ein bisschen Drama, ein bisschen Humor, viele gute Schauspieler, eine gehörige Portion Soap und sehr viel Suchtpotential.
  • Die wiederholte Entdeckung dass München sehr wohl eine schöne Stadt ist, aber Schickimicki-Flair und überhebliches Getue der Einwohner erzeugen in mir immer eine Spur Ekel.

Eine recht ereignislose Woche liegt hinter mir. Knut nervt immer noch, der Frühling ist auch noch da, und in unserer Familie gibt es Nachwuchs.
Ich würde gerne Seitenweise schreiben, aber es gibt einfach nichts Außergewöhnliches zu berichten. Ok, eine recht gute neue Fernsehserie hat auf Premiere angefangen: Brothers and Sisters. Leider scheint eine Ausstrahlung im Freien Fernsehen nicht vorgesehen. Wahrscheinlich ist die Masse des deutschen Fernsehpublikums nicht mehr bereit sich auf Episodenübergreifende Handlungsstränge einzulassen.
Hierzu vielleicht mal ein paar Gedanken an die Werbeindustrie: Was nutzt die höhste Einschaltquote, wenn sie überwiegend aus finanzschwachem Publikum besteht? Eine Quote von 3% bei ARTE oder 3SAT können doch wirtschaftlich viel wertvoller sein, als 20% auf RTL2. Ohne irgendjemandem zu Nahe zu treten, aber das Publikum was z.B. RTL2 generiert besitzt meiner Meinung nach weniger Kaufkraft als ein durchschnittlicher ARTE-Seher. Deshalb sollte man Quoten auch nicht nur nach den nackten Zahlen beurteilen, sondern auch nach dem Anspruch des Programms. Ich wage zu behaupten dass Sendungen wie Live on Mars, Brothers and Sisters oder Six Feet Under ein kaufkräftigeres und markenbewußteres Publikum hat als z.B. “Lenßen und Partner”.

fruehlingSo, da ich mit dem Eintragen ein wenig nachlässig werde gibt es jetzt immer Mittwochs einen kleinen Rück- und Ausblick auf die laufende Woche.

  • Es ist die Woche der Geburtstage, deshalb Glückwünsche an: Michael, Robert, Kay, Karin und Irene
  • Reizwort der Woche: Knut
  • Sonntags in der Eifel. Man vergisst schnell wie schön es doch vor den Toren Köln sein kann. Besonders wenn der Frühling zum Greifen ist. Auf der Hinfahrt überrascht die Eifel mit Schnee, und die Frühlingssonne zeigt Stärke und läßt die weiße Pracht schnell verschwinden. Merken: Durchgehende Küche ist ein Luxus der Städte.
    Bilder hier.
  • Es gibt auch in der Politik noch Momente in der man positiv überrascht werden kann. Diese Woche gehören dazu: Frau Merkel als Europapolitikerin, die Einigung der Nordirischen Politiker auf eine Regierung, die klare Absage an die Seperatisten in Quebec und ganz besonders freut es mich dass man sich in Köln endlich wieder ums Stadtbild kümmert, siehe hier oder hier.
  • Im April geht es zu Familie und zu Freunden, also nach Oberbayern und nach Freiburg.
  • Die neue Serie Dr Psycho mit Christian Ulmen auf Pro Sieben finde ich erstaunlich gut.
  • Die Krimis von Sjöwall / Wahlöö wiederentdeckt und glücklich darüber

Der sogenannte “real existierende Sozialmus” hat größere Schäden hinterlassen als vermutet. Der diesjährige Beitrag der Ukraine zum Eurovision Song Contest ist anscheinend als abschreckendes Beispiel zu verstehen. Siehe hier

hahnWas sich bei meinem letztem Beitrag bereits angedeutet hat wurde leider war. Seit Freitag haben mich Viren und Bakterien aus dem Verkehr gezogen, und erst durch Mithilfe der Medizin fühle ich mittlerweile besser, wenn gleich noch nicht besonders gut.

Abgesehen von Schlafen blieb nicht viel übrig als sich mit Fernsehen abzulenken. Jeder Versuch von Lektüre misslang, da auch die Augen beeinträchtigt sind. Besonders viel halte ich vom Deutschen Fernsehprogamm ohnehin nicht, aber dass es wirklich so schlimm ist wird einem erst bewusst wenn man sozusagen gezwungen ist Fernsehen zu konsumieren. Andererseits habe ich auch Dinge gesehen, die ich evtl. verpasst hätte. Hervorzuheben ist eine Sendereihe auf Arte: Durch die Nacht mit… Eine ziemlich interessante Sendung, in der zwei mehr oder weniger bekannte Prominente einen Abend gemeinsam gestalten und dabei passiv von der Kamera beobachtet werden. Ich habe eine ältere Sendung gesehen mit dem Sänger Henry Rollins und der iranischstämmigen Künstlerin Shirin Neshat. Unglaublich schön, wie man durch so ein einfaches Konzept so viel über Menschen erfahren kann. Sehr empfehlenswert.
Auch wenn ich zugeben muss, dass es teilweise etwas peinlich für Herrn Rollins wird.

Gestern stiess ich auf Premiere dann auf den Film “Finding Neverland“. Eigentlich hatte mich der Film nie interessiert, aber ich muss gestehen zu unrecht. Sicherlich ist er teilweise etwas zuckersüß und schnulzig, aber wenn man krank ist kann man sowas ganz gut ansehen. Winslet und Depp spielen sich auch wieder die Seele aus dem Leib, und ich werde so langsam tatsächlich zum Fan von Kate Winslet. Früher mochte ich sie nie (wahrscheinlich durch ihre Rolle in Titanic), aber sie ist zweifellos eine hervorragende Schauspielerin. Immerhin spielt sie in zwei meiner absoluten Lieblingsfilme mit (Eternal Sunshine of a Spotless Mind und Sense and Sensibility), da kann man sie schließlich nur mögen, oder?