Archives for category: Filme

Erstaunlicherweise hab ich schon wieder ein Filmrätselstöckchen lösen können. Bei Yjgalla hab ich Ernst sein ist alles erraten. Hier geht es jeden Moment (21 Uhr) weiter.

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Tja, das ging ja spektakulär schnell. Hätte ich nicht mit gerechnet. David erkennt bereits nach den ersten zwei Bildern und ohne irgendeine Frage zu stellen Man’s Favorite Sport?, oder wie im deutschen heißt: Ein Goldfisch an der Leine.

Das wären die weiteren Bilder gewesen:
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Gestern durch Zufall mal wieder in ein laufendes FRS gestolpert und relativ schnell Wild Things bei Beety erkannt.
Deshalb ist seit langer Zeit mal wieder das Rätsel bei mir zu Gast. Heute ab 12:30 Uhr geht es los.
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Das war ein sehr kurzer Besuch, ich habe es vermutlich zu einfach bemacht. David errät Naked Gun bereits nach dem zweiten Bild. Diese weiteren hätte ich noch gehabt.
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gorange

Der Preis wird vergessen, die Qualität bleibt.
Aus Frankreich

Gestern Nacht wurden die Golden Globes vergeben, und den ganzen Tag freute ich mich auf den heutigen Abend um mir die Aufzeichnung ansehen zu können. Leider hat die Technik des Aufzeichnen versagt (was sie seltsamerweise vorzugsweise bei mir macht), und jetzt darf ich mir Filmschnipsel im Netz suchen.

Auch wenn die Auszeichnungen diesmal nicht sehr überraschend waren, seltsam finde ich sie teilweise dennoch. Samstag habe ich noch rechtzeitig Inglourious Basterds gesehen, um den Globe für Christoph Waltz für mehr als berechtigt anzuerkennen. Diese Leistung hätte einfach nicht übergangen werden dürfen. Bei zwei Globes werde ich allerdings skeptisch: Sandra Bullock und Avatar. Abstreiten kann und will ich die Auszeichnungen nicht, da ich weder The Blind Side noch Avatar bisher gesehen habe. Aber bei Sandra Bullock habe ich bisher noch recht wenig Talent in ihrer Karriere gesehen, so dass sie entweder einen extremen Ausrutscher nach oben hatte, oder, was ich leider befürchte, nach amerikanischer Art jemand für den Sprung vom seichten ins Tiefe Wasser belohnt wurde. Ich will jedoch nicht Vorurteilsbehaftet sein und werde mir den Film ansehen um meinen Verdacht zu entkräften.

Auch Avatar habe ich noch nicht gesehen, aber da fast die gesamte Kritik den Film auf Grund der neuen Technik lobt, jedoch ebenso viel Tadel ob des extrem schwachen Drehbuchs verteilt, überrascht mich die Auszeichnung als bester Film schon ein wenig. Ich hoffe nur, dass man hier nicht Erfolg mir Qualität verwechselt.

Ich werde sehen. Mit den Globes beginnt so langsam der Kinomarathon, denn die Prämierten und Nominierten Filme wollen alle gesehen werden, schließlich kann man davon ausgehen dass es auch heiße Kandidaten für die Oscars sind.

Ein Golden Globe freut mich übrigens besonders: Toni Colette für United States of Tara – Mit Abstand das Beste was ich als Serie in den letzten Jahren gesehen habe.

gstreet

They didn’t belong there, but there they were.
Aus Adam

Zweimal Kino an zwei aufeinanderfolgenden Abenden.

Zuerst Whatever Works, das neuste Werk von Woody Allen. Von der Presse wurde mit Erleichterung die Rückkehr Allens nach New York aufgenommen, und entsprechend wohlwollende Kritiken gab es für den Film. Der Inhalt ist recht schnell erzählt: Boris Yellnikoff (Larry David) ist ein verbitterter Alter Mann, meckert über jeden und alles, und fühlt sich als verkanntes Genie. Bis die junge naive Ausreisserin Melodie (Evan Rachel Wood) in sein Leben tritt und alles ein wenig verändert. Stoff für eine gute Komödie, wenn, ja wenn das Drehbuch nicht bereits vor 30 Jahren begonnen worden wäre und man genau dies nicht merken würde.

Es ist eigentlich ein typischer Woody Allen Film mit spritzigen Dialogen, einer recht abstrusen Konstellation von Charakteren in der Kulisse New Yorks. Doch leider, so finde ich, funktioniert dieser Film nicht.
Die von den Kritikern herbeigesehnte Rückkehr nach New York brachte Allen leider in das New York der achtziger Jahre zurück. Mit dem gegenwärtigen New York hat der Film noch weniger zu tun als seine viel gescholtenen europäischen Ausflüge mit London oder Barcelona gemein hatten. Es erscheint wie eine klischeehafte Darstellung des New Yorks, dessen Klischee die alten Filme von ihm selbst geprägt hatten.

Ebenso verhält es sich mit den Charakteren, sie wirken wie die filmische Umsetzung alter Woody Allen-Charaktere. Larry David spielt Woody Allen, in einem Woody Allen Film der frühen Jahre, Evan Rachel Wood spielt eine schlechte Mira Sorvino und Patricia Clarkson eine billige Kopie von Diane Keaton.

Der ganze Film wirkt wie eine der typischen amerikanischen Neuverfilmungen von europäischen Kinoerfolgen: Eine plumpe Nacherzählung der das besondere des Originals komplett abgeht. Nur das hier keine europäisches Kinowerk neu aufgelegt wurde, sondern Allen sich selbst neu verfilmt.

Fazit: Wenn man einen Teebeutel zum zehnten Mal aufbrüht kommt dabei nicht viel mehr als heißes Wasser bei heraus.

Dies bringt uns zum erfrischenden Gegenteil: Adam

Adam Raki (Hugh Dancy) ist ein normaler New Yorker, Ende 29, lebt in dem Appartement seines kürzlich verstorbenen Vaters, und leidet am Asperger-Syndrom. Bedingt durch dieses Leiden zeigt Adam Schwächen in sozialen Interaktionen, insbesondere das Fehlen der Fähigkeit zu erkennen was andere Denken, also dem Deuten nonverbaler Kommunikation.

Mit dem Einzug der neuen Nachbarin Beth (Rose Byrne) beginnt sich jedoch einiges an der durch das Asperger Syndrom eingespielten Routine im Leben von Adam zu ändern. Anfangs noch etwas irritiert von seinem reservierten Verhalten, fühlt sich Beth nach Entdeckung des Grundes dafür mehr und mehr von ihm angezogen. Dies führt zu äußerst rührenden, charmanten Momenten des Werbens von Adam bei ihr.

Scheinbar einfache Dinge wie das Treffen von Beth Freunden oder die Bekanntschaft mit ihren Eltern ist für Adam ein anstrengendes, teilweise nicht zu bewältigendes Unterfangen.
Die Frage “bekommen sie sich, oder bekommen sie sich nicht” führt glücklicherweise nicht zur klischeehaften sentimentalen Romantikkomödie. Selbst als Adam ihr in seinem Zimmer eine Sternenprojektion zeigt rutscht es nicht ins banale ab.

Adam ist ein schönes Beispiel dafür, das man eine Krankheit auch in die Handlung eines Films einbauen kann, ohne daraus einen Betroffenheitsfilm zu machen. Sein Leiden macht zwar die Geschichte aus, ist aber nicht die Geschichte. Diese erfrischende Art verdankt der Film besonders der schauspielerischen Leistung der beiden Protagonisten. Hugh Dancy verkörpert Adam auf eine einfühlsame Weise als normalen Menschen, ohne die sonst so beliebte aufgebläht gespielte “ich will den Oscar gewinnen”-Weise mit der man gerne Menschen mit Behinderungen darstellt (siehe Rainman oder Beautiful Mind).

Zu den Schauspielerischen Leistungen kommt ein sehr sensibles Drehbuch, dass es vermeidet einen Film über Asperger zu machen. Es ist gibt dem Leiden Raum, ohne es in den Mittelpunkt zu stellen. Keine überdramatischen Momente, sondern leise feinfühlige, teilweise fast zärtliche Szenen machen den Film aus.

Fazit: Sehenswert!

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gordon

Eine Menge ist noch keine Gesellschaft.
Roger Bacon

Bevor noch mehr Tage ins Land ziehen noch ein paar Wort zum Film Taking Woodstock.

Ang Lee gehört ohne Zweifel zu meinen favorisierten Regisseuren, deshalb war ich auch ziemlich neugierig was er aus dem Thema Woodstock machen würde. Er wählt auch einen interessanten Ansatz, nämlich die Perspektive auf die Massenveranstaltung, ihre Planung und ihre Auswüchse zu legen und nicht auf das Konzert. Von dem Konzert sieht man in dem Film nämlich genau das, was die Mehrheit der Leute dort gesehen hat: Eine riesige Menschenmenge, mehr nicht; keine Auftritte, keine Bühne kein Konzert.

Dieser Ansatz macht auch den Charme des Films aus. Man wähnt sich mitten im Trubel, man will in Richtung Bühne, kommt aber nur in Berührung mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Leuten und Charakteren. Das ist Nett, teilweise spannend und am Ende vermutlich interessanter als wenn man den Akkorden von Janis oder Joe gelauscht hätte.
Der Film beobachtet eigentlich nur, einerseits das Zustandekommen des Festivals aus Sicht des Mitveranstalters Elliot Tiber (basierend auf seinen Memoiren), und andererseits das Chaos wenn über eine Millionen Menschen auf eine ländliche Farm in den USA hereinbrechen.

Elliot Teichberg (Demetri Martin) hat die Kleinstadt Bethel bereits vor Jahren verlassen. Dennoch fühlt er sich für seine Eltern verantwortlich, und kehrt Sommers zurück um ihnen bei der Bewirtschaftung des heruntergekommenen Motels zu helfen.Er sieht eine Chance das Geschäft wieder anzukurbeln, als er von der Absage des Ortes Walkill erfährt dort ein Musikfestival zu genehmigen. Er setzt sich mit den Organisatoren in Verbindung, und es gelingt ihm tatsächlich sie davon zu überzeugen dass Bethel der geeignete Ort ist. Und ehe sie sich umsehen können, befinden sich Elliot und seine Eltern im Zentrum des legendärsten Musikfestivals aller Zeiten.
Lee beschränkt sich fast ausschließlich auf die Coming-of-Age-Geschichte von Elliot, und das Festival ist zwar zentrales Thema, bildet aber dabei stets im Hintergrund bleibend nur den Rahmen. So fühlt man sich gleichwohl mitten drin im Geschehen, aber dennoch irgendwie auch nur am Rande. So wie man die Musik nur als Grollen in der Ferne wahrnimmt, sich aber als Teil des Ganzes empfindet. Die räumlich nächste Begegnung mit dem eigentlichen Konzert die Elliot hat, findet am fernen Rand auf einem Hügel mit einem LSD-Rausch statt. Die Menge und die Musik verschmelzen zu einer einzigen großen Kosmischen Welle (wunderbar Kameratechnisch umgesetzt).
Ein Stilmittel der legendären Woodstock-Dokumentation, nämlich die Splitscreens, werden als Referenz benutzt und dienen als Bildwerdung des hektischen Treibens rund um das Motelgelände.

Der feine komödiantische Unterton des Films und die Konzentration auf die wenigen Personen und ihre Rollen in diesem Zeitgeschehen, schaffen es wunderbar das Gefühl dieses “Summer of 69″ zu vermitteln. Besonders die Leichtigkeit des Films ist angenehm, da er nicht versucht dem Mythos Woodstocks auf die Spur zu kommen und ihm dadurch vermutlich dennoch näher kommt als jede soziologisch, analytische Dokumentation.
Eine Schwäche hat der Film dennoch, und das ist wiederum die manchmal dann doch zu detailreiche Konzentration auf die Beziehung Elliot zu seinen Eltern. Hier hätte ich mir einige Male mehr Distanz gewünscht.

Ich muss gestehen, dass ich mit dem Verlassen des Kinos erst einmal ein wenig enttäuscht war. Erst mit zeitlichem Abstand stellte sich die positive Betrachtungsweise des Films ein, und die Erkenntnis das meine spontane Enttäuschung meine falschen Erwartungshaltung geschuldet war. Vermutlich ähnlich den Besuchern des Woodstock-Festivals, die zunächst enttäuscht waren weil sie kaum Musik zu hören bekamen und erst im Nachhinein realisiert haben , dass Sie Teil eines zeitgeschichtlichen Ereignisses waren.

[imdb]1127896[/imdb]