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Religion ist Opium für das Volk.
Karl Marx


Eine Frage die sich mir durch die Katastrophe von Duisburg aufdrängt:
Warum sind die betreffenden Gedenkfeiern eigentlich religiöse Veranstaltungen?

Es war ein Unglück im Rahmen einer Kulturveranstaltung ohne jeglichen religiösen Bezug. Die zahlreichen Opfer werden eben so zahlreichen Religionen oder Weltanschauungen angehören. Wieso also wird die Gedenkfeier als ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert? Mitveranstalter ist das Land NRW, sind also die beiden christlichen Kirchen Staatsreligionen von denen ich bisher nichts wusste?
Sicher, die Frage ist vermutlich provokant gestellt, aber ich finde es ist durchaus eine Überlegung wert ob hier nicht ein etwas veralteter Mechanismus greift, den man einfach noch nie hinterfragt hat.

Natürlich schadet ein Gottesdienst niemandem, aber grenzt man damit nicht dennoch Anders- oder Nichtgläubige aus? Eine Messfeier ist nicht nur Gedenken, sondern dient auch der Verbreitung einer religiösen Lehre. Es finden Predigten statt und man spricht Gebete. Wer gibt also der den Protestanten und Katholiken die Legitimation im Namen aller Opfer zu handeln, auch wenn diese im Zweifel nicht diesen Religionen angehören?

Je länger ich mir diese Fragen stelle, umso eher komme ich zu dem Schluss, dass es zwar so etwas wie eine zentrale Gedenkfeier geben soll, diese jedoch religionsneutral gehalten werden sollte, um allen gerecht zu werden. Dies würde nicht ausschließen, dass Vertreter der verschiedenen Religionen anwesend sind, und diese sich auch äußern dürfen. Aber zwei Religionen als einzige Vertreter, ja sogar als Veranstalter, entspricht meiner Meinung nach nicht unserer Gesellschaft und unserem politischem System.

Es wäre etwas anderes wenn ein Unglück in einer kleinen Gemeinde geschieht, welche ihren Zusammenhalt auch über die religiöse Gemeinschaft definiert. Dies ist aber bei der Tragödie von Duisburg nicht der Fall. Die Gemeinschaft die sich dort versammelt hat, kam dort der Musik wegen zusammen.

Letzter Artikel der Vorrunde

Es treten an:

Spanien gegen die Schweiz

Bei Spanien sollte man eine große Musikauswahl erwarten können. Erstaunlicherweise ist es jedoch nicht so einfach etwas zu finden. Musik auf spanisch gibt es viel, aber die wenigste kommt aus dem Heimatland der Sprache.
Jarabe de Palo ist eine Band aus Barcelona, und entspricht somit dem Kriterium aus Spanien zu kommen, und auch die Musik ist vorzeigbar, deshalb treten sie hier nun für den Turnierfavoriten an.

Die Schweiz. Keine Sorge, DJ Bobo findet hier keinen Platz. Stattdessen ein Chansonnier aus der Schweiz, der auch fast allen Sprachen der Schweiz singt. Stephan Eicher tritt mit einem Lied in Schwyzerdütsch an, auch wenn ich seine französischen Lieder irgendwie klangvoller finde.

Die letzten vier Länder der Vorrunde werden heute vorgestellt.

Chile gegen Honduras
ist die vorletzte Begegnung.

Aus Chile stammt die Gruppe Electrodomesticos. Eine Rockband, mehr kann ich dazu kaum sagen, da Google mich leider mit Informationen über spanische Haushaltsgeräte überschwemmt. Dann muss die Musik halt für sich selbst sprechen.

Honduras’ Musikszene hat sich anscheinend dem Reggaeton verschrieben. Aber es gibt auch kleien Aussnahmen, wie z.B. diese Post-Grunge-Band Namens Ytterbium. Ist zwar ziemlich banaler Stoff, aber dennoch besser als das meiste was ich an Reggaeton gefunden hab.