28Juli

Gottes Dienst?

Religion ist Opium für das Volk.
Karl Marx


Eine Frage die sich mir durch die Katastrophe von Duisburg aufdrängt:
Warum sind die betreffenden Gedenkfeiern eigentlich religiöse Veranstaltungen?

Es war ein Unglück im Rahmen einer Kulturveranstaltung ohne jeglichen religiösen Bezug. Die zahlreichen Opfer werden eben so zahlreichen Religionen oder Weltanschauungen angehören. Wieso also wird die Gedenkfeier als ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert? Mitveranstalter ist das Land NRW, sind also die beiden christlichen Kirchen Staatsreligionen von denen ich bisher nichts wusste?
Sicher, die Frage ist vermutlich provokant gestellt, aber ich finde es ist durchaus eine Überlegung wert ob hier nicht ein etwas veralteter Mechanismus greift, den man einfach noch nie hinterfragt hat.

Natürlich schadet ein Gottesdienst niemandem, aber grenzt man damit nicht dennoch Anders- oder Nichtgläubige aus? Eine Messfeier ist nicht nur Gedenken, sondern dient auch der Verbreitung einer religiösen Lehre. Es finden Predigten statt und man spricht Gebete. Wer gibt also der den Protestanten und Katholiken die Legitimation im Namen aller Opfer zu handeln, auch wenn diese im Zweifel nicht diesen Religionen angehören?

Je länger ich mir diese Fragen stelle, umso eher komme ich zu dem Schluss, dass es zwar so etwas wie eine zentrale Gedenkfeier geben soll, diese jedoch religionsneutral gehalten werden sollte, um allen gerecht zu werden. Dies würde nicht ausschließen, dass Vertreter der verschiedenen Religionen anwesend sind, und diese sich auch äußern dürfen. Aber zwei Religionen als einzige Vertreter, ja sogar als Veranstalter, entspricht meiner Meinung nach nicht unserer Gesellschaft und unserem politischem System.

Es wäre etwas anderes wenn ein Unglück in einer kleinen Gemeinde geschieht, welche ihren Zusammenhalt auch über die religiöse Gemeinschaft definiert. Dies ist aber bei der Tragödie von Duisburg nicht der Fall. Die Gemeinschaft die sich dort versammelt hat, kam dort der Musik wegen zusammen.

18Juli

Gemischtes

Ein Aphorismus ist das Panorama eines Details.
Eduard Acda

Es atmet noch. Auch wenn sich hier abgesehen vom Augenblick des Tages momentan wenig tut, es lebt noch. Zum Beweis ein paar Gedanken zu aktuellen Themen:

  • Seit ein paar Wochen Besitzer des iPhone4. Ich sehe den Medienaufstand, ich lese vom Antennenproblem, ich bin irritiert. Egal wie ich das iPhone in der Hand halte, ich kann den Fehler nicht reproduzieren. Erinnert irgendwie stark an Toyota. Vielleicht sollte man sich mal überlegen wer von solchen Nachrichten am meisten profitiert, und dann nochmals mit der Recherche von vorne beginnen?
  • Ein Bilderbuchsommer, und Deutschland stöhnt. Hausaufgabe: Noch sollte sich der Mensch der Natur anpassen und nicht umgekehrt. Wir sollten also wieder lernen mit dem Wetter zu leben, und es nicht als eine Fehlfunktion in unserem gezähmten Leben auffassen. Wenn man begreift, dass das Wetter nicht berechenbar ist, dann baut man evtl. auch wieder Züge die mit unberechenbaren Situationen zurecht kommen.
  • Stichwort Bahn: Wer es jetzt immer noch nicht begriffen hat, die Privatisierung von Gemeingütern ist in der Regel für das Gemeinwohl negativ. Beispiele gefällig? Ich empfehle gerne nochmals aus der Edition Le Monde diplomatique das Heft Ausverkauft. Die beste Lektüre wenn man in einem ICE mit defekter Klimaanlage sitzt, oder in Berlin mal wieder auf die S-Bahn wartet.
  • Vielleicht nicht beste Jahreszeit um mal wieder mit der Gesichtsbehaarung zu experimentieren. Dennoch gestartet: Der Vollbart-Test.
  • Zu letzt noch meine Sommerlektüre: Five People you meet in Heaven von Mitch Albom. Gerade erst begonnen, aber bereits schwer begeistert. Ich gehe davon aus, dass es seit langem mal wieder ein Buch ist, was ich zügig durchlesen werde. Der Schreibstil trifft genau meinen Nerv. Näheres folgt mit Beendigung der Lektüre

In der Schule habe ich gelernt, daß jeder Präsident werden kann. Langsam glaube ich daran.
Darrow, Clarence

Donnerstag geht es zu Rainald Grebe. Als kleinen Vorgeschmack einen Ausschnitt, der nahezu hellseherische Fähigkeiten vermuten lässt:

46393
30April

Gewählt

Mein Bundesland darf bald entscheiden wer in den Landtag geht. Es wird also Zeit sich die Wahlprogramme der Parteien ein wenig genauer anzuschauen. Und mittlerweile ist es ja auch schon fast Tradition den Wahl-O-Maten zu Rate zu ziehen.

Hier mein Ergebnis:

Wie immer ist dies eher ein nettes Werkzeug, welches ich jedoch nicht als Wahlempfehlung betrachte.