4Oktober

Bilderflut

Der Montag gehörte Guggenheim. Für die Ausstellung The Guggenheim Collection in der Bundeskunsthalle brauche ich sicher nicht zu werben. Wahrscheinlich wird sie einige Besucherrekorde brechen, und meiner Meinung nach auch zu recht. Man wird nicht oft im Leben die Gelegenheit haben so viele Klassiker der Kunstgeschichte gehäuft im Original zu sehen.

Die Werke der Ausstellung sind nicht nur sehr gut ausgewählt, die Themenabfolge und die Hängung sind für so eine umfangreiche Sammlung erstaunlich gut gelungen. Trotz hohen Besucherandrangs kann man sich auf die Objekte konzentrieren ohne ständig in irgendwelchen Blickachsen zu stehen. Einen gewissen Andrang kann man bei solchen Ausstellungen nicht vermeiden.
Zudem wird der Besucher gut in die Themen eingeführt. In jedem Raum wird kurz schriftlich die Auswahl erläutert. Der Audioguide kostet allerdings zusätzlich, das gibt Punktabzug.

Wer es übrigens noch vor dem 12. November nach Bonn schafft wird mit der ergänzenden Ausstellung “The Guggenheim Architecture” belohnt. Anhand von Plänen und Modellen wird hier die interessante Geschichte von Bauten und Projektentwürfen der Guggenheimmuseen erzählt. Hadid, Nouvel, Norten, Wright, Koolhaas etc. lassen das Herz des Architekturinteressierten höher schlagen. Besonders beeindruckt hat mich ein Entwurf von Hadid für ein Guggenheimmuseum in Singapur. Ich hoffe zu tiefst dass dies nicht nur eine Studie bleibt. Einzig für die Entwürfe von Gehry konnte ich mich noch nie begeistern, und ich bin erleichtert dass es auf Grund von Geldmangel in Manhattan nicht zu einem dieser Ausscheidungshaufen im Hudson gekommen ist.

Noch eine kurze Anmerkung: Ich habe noch nie verstanden warum in Museen diese Flüsteratmosphäre herrscht. Kunst ist etwas lebendiges und man durchschreitet keinen Friedhof. Warum ist es nicht möglich sich vor Kunstwerken in normaler Lautstärke zu streiten, zu freuen, zu philosophieren?

16August

Freier Blick

1705Da will man die Mittagspause kurz nutzen um schnell ein paar Besorgungen zu machen, und schon findet man sich in Mitten einer riesigen Menschenmenge wieder.
Nach zehn Jahren wurde mittels eines riesigen Krans das Gerüst an der Westfassade des Doms entfernt. Also schnell zurück ins Büro gesprintet, Kamera gepackt, und ein paar Fotos geschossen.
Plötzlich ist der Blick wieder frei, jedenfalls aus einer Blickrichtung. Ganz ohne Gerüst wird es wohl nie gehen, aber insbesondere für Touristen gibt es nun wieder störungsfreie Fotos. Auch wenn manch einer das Gerüst bereits als integralen Bestandteil gotischer Baukunst vermutet hatte.

Gerhard Richter hat seinen Entwurf für das Südquerhausfenster im Dom vorgestellt:
Domfenster
Ich muss sagen, ich bin begeistert! Mich hat es immer schon gestört dass die Fenster in diesem Teil so als temporärer Ersatz wirkten. Und ich finde es schön, dass nicht wieder versucht wird ein bestimmtes Zeitalter zu konservieren in dem man einen der alten Entwürfe mehr schlecht als recht rekonstruiert. Der Dom ist ein lebendiges Bauwerk welches über mittlerweile fast acht Jahrhunderte Veränderungen erfährt. Unsere Zeit sollte da auch ihren Platz finden, und mir gefällt der Entwurf außerordentlich gut.

1568 Ein paar Sommerabendbilder aus Köln.