Archives for posts with tag: Kunst

Wenn eine Eva Herman wegen ihrer Äußerungen zu Recht ihre Anstellung verliert, dann sollte ein gewisser Kardinal aus Köln so schnell wie möglich sein Kündigungsschreiben erhalten. Seine Wortwahl war schon länger grenzwertig, aber in dem er in seiner Rede zur Einweihung des Kunstmuseums des Erzbistums Köln folgenden Satz fallen lässt: „Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kultus im Ritualismus, und die Kultur entartet.“ überschreitet er jede Grenze.
Da erübrigt sich auch jeder weiterer Kommentar. Die katholische Kirche könnte nun zeigen, dass sie nicht nur ein Hort für rechtsgerichtete Ewiggestrige ist, und dem Kardinal die rote Karte zeigen. Wenn man von den hohen muslimischen Geistlichen fordert, dass sie sich öffentlich gegen die fundamentalistischen Tendenzen in ihrer Religion aussprechen sollen, dann kann man gleiches auch von der katholischen Kirche erwarten. Und solche Sätze wie sie Herr Meißner heute geäußert hat sind die Saat für Rassismus und Fundamentalismus.

Köln, 20. August 2007 19:32 Uhr
23895

Köln, 19. August 2007 20:17 Uhr
23899

Köln, 18. August 2007 17:08 Uhr
23891

Köln, 17. August 2007 20:10 Uhr
23887

Gestern Abend eine Wiederholung des ARTE-Magazins Tracks gesehen, und darin eine der schönsten Kunstaktionen unserer Zeit endeckt: Strickgraffiti. Klingt komisch, ist auch so. Künstler aus Brooklyn verschandeln die Stadt nicht durch immer einfallslosere Graffitis, sondern stricken was die Nadel hergibt, und verschönern mit dem Gestrickten die Stadtmöbelierung. Mehr dazu auf ihrer Internetseite Knittaplease.

Ich werde mir gleich Strickzeug besorgen, und dem Musicaldome in Köln für seine letzten zwei Jahre eine Hänneschenmütze verpassen (für die Nicht-Kölner: Hänneschen trennt und spricht man so Hännes-chen).

Der Montag gehörte Guggenheim. Für die Ausstellung The Guggenheim Collection in der Bundeskunsthalle brauche ich sicher nicht zu werben. Wahrscheinlich wird sie einige Besucherrekorde brechen, und meiner Meinung nach auch zu recht. Man wird nicht oft im Leben die Gelegenheit haben so viele Klassiker der Kunstgeschichte gehäuft im Original zu sehen.

Die Werke der Ausstellung sind nicht nur sehr gut ausgewählt, die Themenabfolge und die Hängung sind für so eine umfangreiche Sammlung erstaunlich gut gelungen. Trotz hohen Besucherandrangs kann man sich auf die Objekte konzentrieren ohne ständig in irgendwelchen Blickachsen zu stehen. Einen gewissen Andrang kann man bei solchen Ausstellungen nicht vermeiden.
Zudem wird der Besucher gut in die Themen eingeführt. In jedem Raum wird kurz schriftlich die Auswahl erläutert. Der Audioguide kostet allerdings zusätzlich, das gibt Punktabzug.

Wer es übrigens noch vor dem 12. November nach Bonn schafft wird mit der ergänzenden Ausstellung “The Guggenheim Architecture” belohnt. Anhand von Plänen und Modellen wird hier die interessante Geschichte von Bauten und Projektentwürfen der Guggenheimmuseen erzählt. Hadid, Nouvel, Norten, Wright, Koolhaas etc. lassen das Herz des Architekturinteressierten höher schlagen. Besonders beeindruckt hat mich ein Entwurf von Hadid für ein Guggenheimmuseum in Singapur. Ich hoffe zu tiefst dass dies nicht nur eine Studie bleibt. Einzig für die Entwürfe von Gehry konnte ich mich noch nie begeistern, und ich bin erleichtert dass es auf Grund von Geldmangel in Manhattan nicht zu einem dieser Ausscheidungshaufen im Hudson gekommen ist.

Noch eine kurze Anmerkung: Ich habe noch nie verstanden warum in Museen diese Flüsteratmosphäre herrscht. Kunst ist etwas lebendiges und man durchschreitet keinen Friedhof. Warum ist es nicht möglich sich vor Kunstwerken in normaler Lautstärke zu streiten, zu freuen, zu philosophieren?