Archives for posts with tag: Oscar

guhlg

Deine Aufgabe ist, die Rolle, die dir zuerteilt wurde, gut zu spielen; die Auswahl der Rolle steht einem andern zu.
Epiktet



Die Oscarnominierungen wurden heute verkündet. Eigentlich keine einzige Überraschung dabei. Hier also die Liste mit ein paar wenigen Anmerkungen meinerseits.
Read the rest of this entry »

gorange

Der Preis wird vergessen, die Qualität bleibt.
Aus Frankreich

Gestern Nacht wurden die Golden Globes vergeben, und den ganzen Tag freute ich mich auf den heutigen Abend um mir die Aufzeichnung ansehen zu können. Leider hat die Technik des Aufzeichnen versagt (was sie seltsamerweise vorzugsweise bei mir macht), und jetzt darf ich mir Filmschnipsel im Netz suchen.

Auch wenn die Auszeichnungen diesmal nicht sehr überraschend waren, seltsam finde ich sie teilweise dennoch. Samstag habe ich noch rechtzeitig Inglourious Basterds gesehen, um den Globe für Christoph Waltz für mehr als berechtigt anzuerkennen. Diese Leistung hätte einfach nicht übergangen werden dürfen. Bei zwei Globes werde ich allerdings skeptisch: Sandra Bullock und Avatar. Abstreiten kann und will ich die Auszeichnungen nicht, da ich weder The Blind Side noch Avatar bisher gesehen habe. Aber bei Sandra Bullock habe ich bisher noch recht wenig Talent in ihrer Karriere gesehen, so dass sie entweder einen extremen Ausrutscher nach oben hatte, oder, was ich leider befürchte, nach amerikanischer Art jemand für den Sprung vom seichten ins Tiefe Wasser belohnt wurde. Ich will jedoch nicht Vorurteilsbehaftet sein und werde mir den Film ansehen um meinen Verdacht zu entkräften.

Auch Avatar habe ich noch nicht gesehen, aber da fast die gesamte Kritik den Film auf Grund der neuen Technik lobt, jedoch ebenso viel Tadel ob des extrem schwachen Drehbuchs verteilt, überrascht mich die Auszeichnung als bester Film schon ein wenig. Ich hoffe nur, dass man hier nicht Erfolg mir Qualität verwechselt.

Ich werde sehen. Mit den Globes beginnt so langsam der Kinomarathon, denn die Prämierten und Nominierten Filme wollen alle gesehen werden, schließlich kann man davon ausgehen dass es auch heiße Kandidaten für die Oscars sind.

Ein Golden Globe freut mich übrigens besonders: Toni Colette für United States of Tara – Mit Abstand das Beste was ich als Serie in den letzten Jahren gesehen habe.

gaffel

Film und Fernsehen sind die einzigen Chancen,
die ein Schauspieler hat, sich selbst zu applaudieren.
William »Will« Penn Adair Rogers, US-amerikanischer Humorist und Schriftsteller

Zwar bin ich noch ziemlich übernächtigt von der Oscarnacht, aber vor der Haustüre feiern die Jecken gerade ihren Rosenmontagszug, da ist an Schlaf leider nicht mehr zu denken.

Nach den schlechten Einschaltquoten in den letzten Jahren haben sich die Produzenten der Oscarverleihung einiges einfallen lassen um der Veranstaltung wieder ein bisschen mehr Leben einzuhauchen. Hugh Jackman als Gastgeber war eine ganz gute Wahl, und die Eröffnungssequenz erinnerte tatsächlich ein wenig an die glorreichen Tage mit Billy Crystal. Insgesamt wirkte die Show wesentlich straffer und durchdachter als die letzten Jahre. Besonders eine Neuerung war sehr schön: In den Schauspielerkategorien wurde der Oscar gleich von fünf ehemaligen Gewinnern präsentiert, und jeder stand Pate für einen der Nominierten. Diese wurden also nicht einfach lieblos runtergerasselt, sondern recht intensiv in ihrer nominierten Rolle vorgestellt .
Auch langweilige Einspielungen wurden auf ein Minimum reduziert, und die Ehrung der Toten diesmal in einen Live-Musikakt eingebaut. Die Show an sich verdient sich also eine gute Note.

Dennoch blieb die Verleihung wieder relativ emotionslos. Die ganz großen Momente fehlten einfach. Dazu gab es keinen großen Überraschungen, wenn man mal für den Oscar für den fremdsprachigen Film absieht. In den großen Kategorien gewannen durch die Bank auch die Favoriten, so dass selbst Kate zwar durchaus gerührt, aber dennoch einigermaßen gefasst wirkte.

Für uns deutsche Zuschauer kam dazu, das der Abräumer des Abends noch nicht in den deutschen Kinos läuft. Die persönlichen Emotionen bleiben also aus, weil man sich weder über den warmen Regen der Oscars für Slumdog freuen noch ärgern kann.

Persönlich blieb also wieder eine Oscarnacht die zwar nicht schlecht war, aber welcher der Glanz vergangener Tage abging. Wie gerne hätte ich mit meinem Mitgucker zusammen geflucht, geheult, gelacht. Aber dafür fehlten einfach die Anlässe. Aber genau deshalb freue ich mich wiederum einen Oscarnacht-Mitstreiter neben mir gehabt zu haben, denn alleine vor dem Fernseher wäre die Nacht zu Spannungsarm und schläfrig ausgefallen.

Ich danke meinen Stresshormonen, für ihre lange nächtliche Unterstützung. Ihr habt mich wachgehalten und mir dadurch diesen Preis ermöglicht. Mein Dank geht an Pro7, das wie immer die Peinlichkeit besaß einen Herrn Gätjen an den roten Teppich zu schicken und mir den Galaabend mit Jambasparabos versüßt hat. Ich danke der Lebensmittelindustrie für ihre zahlreichen Mittel die meinem Körper die Müdigkeit austrieben.
Und mein besonderer Dank geht an S., der mir ein treuer und lieber Begleiter in schweren Zeiten der Schläfrigkeit war, und dessen angenehme Art auch eine durchschnittliche Oscarnacht zu einem durchaus gelungen Abend gemacht hat. Danke, Danke, Danke!

Wie immer zur frühen Morgenstunde in Los Angeles wurden eben die Oscarnominierungen bekannt gegeben:

Bester Film:

  • Frost/Nixon
  • The Curious Case of Benjamin Button
  • Milk
  • Slumdog Millionaire
  • The Reader

Bester Hauptdarsteller:

  • Sean Penn (“Milk”)
  • Frank Langella (“Frost/Nixon”)
  • Mickey Rourke (“The Wrestler”)
  • Richard Jenkins (“The Visitor”)
  • Brad Pitt (“The Curious Case of Benjamin Button”)

Beste Hauptdarstellerin:

  • Kate Winslet (“The Reader”)
  • Anne Hathaway (“Rachel Getting Married”)
  • Meryl Streep (“Doubt”)
  • Angelina Jolie (“Changeling”)
  • Melissa Leo (“Frozen River”)

Bester Nebendarsteller:

  • Heath Ledger (“The Dark Knight”)
  • Josh Brolin (“Milk”)
  • Michael Shannon (“Revolutionary Road”)
  • Robert Downey Jr. (“Tropic Thunder”)
  • Philip Seymour Hoffman (“Doubt”)

Beste Nebendarstellerin:

  • Penelope Cruz (“Vicky Cristina Barcelona”)
  • Amy Adams (“Doubt”)
  • Viola Davis (“Doubt”)
  • Taraji P. Henson (“The Curious Case of Benjamin Button”)
  • Marisa Tomei (“The Wrestler”)

Beste Regie:

  • David Fincher (“The Curious Case of Benjamin Button”)
  • Danny Boyle (“Slumdog Millionaire”)
  • Gus Van Sant (“Milk”)
  • Ron Howard (“Frost/Nixon”)
  • Stephen Daldry (“The Reader”)

Bestes Originaldrehbuch:

  • In Bruges
  • WALL-E
  • Frozen River
  • Milk
  • Happy-Go-Lucky

Bestes adaptiertes Drehbuch:

  • Slumdog Millionaire
  • The Curious Case of Benjamin Button
  • Frost/Nixon
  • The Reader
  • Doubt

Die Fett markierten sind meine Tipps, bzw. Wünsche.

Ok, das Live-blogging von mir war heuer nicht so konsequent und eher Stichwortartig, aber ich hatte mich in den Skype-Chat mit C. zurückgezogen. Beiderseits des Atlantiks haben wir so über die Stars und Sternchen geplaudert.

Mein Fazit der Oscarnacht:

Es mag daran liegen dass ich älter werde, aber ich habe das Gefühl dass in den Neunzigern einfach größere Momente zu sehen waren. Die Shows werden immer ärmer an Highlights und wirken glatter. Zwar fand ich es dieses Jahr nicht ganz so schlimm wie letztes Jahr, aber es war Meilenweit von den Verleihungen entfernt als noch Billy Crystal moderierte. Jon Stewart war gut und witzig, aber das Rahmenprogramm wirkte sehr dürftig. Und mir kann keiner erzählen, dass es am kurzfristigen Ende des Streiks lag. So eine Show wird sicher nicht erst in den letzten zwei Wochen geplant.

Trends die wir ausgemacht haben:

  • Vorherrschende Farbe bei den Frauen war Rot.
  • Fahrstuhlmusik muss in Hollywood sehr hip sein, anders waren die schwachen Songs nicht zu erklären
  • Schwanger, Schwanger, Schwanger
  • Männer tragen Alt-Hippie-Langhaar-Frisuren

Ich glaubte noch den Trend zu entdecken, dass viele weibliche Stars ein wenig nach “gefangen im falschen Körper” aussahen (und Daniel Day-Lewis hatte auch was weibliches), C. widersprach mir da aber und führte diese Beobachtung auf Übermüdung zurück.

Interessant finde ich auch immer wieder, wie groß doch die Anzahl der Hollywoodgrößen ist. Mir fallen immer ein paar Dutzend ein die ich gerne gesehen hätte, die aber in dem Jahr nicht dabei sind aus Mangel an nominierten Filmen. Dies ist evtl. auch ein Grund warum ich die Verleihung fade fand: Kein Ethan, Edward, Jake, Denzel, Sean, Tim, Ang, Mark, Jude, Matt, Gael. Keine Barbra, Emma, Juliette, Jodie, Judy, Whoopie, Gwyneth, Julia, Susan. To name a few.

Was mir auch so ein bisschen fehlte war, dass man die Gelegenheit der 80. Verleihung mal hätte nutzen können um auf bedeutende Filme hinzuweisen die vom Oscar übergangen wurden. Ein Zusammenschnitt der “how could this happen?”-Momente hätte mir gut gefallen.

Interessant war auch die Beobachtung, dass ich hier in Europa trotz Verzögerung durch die Satellitenübertragung immer ein paar Sekunden früher den Gewinner wusste, als C. in Ft. Lauderdale. Hätte nicht gedacht dass Nippelgate immernoch so eine Auswirkung hat.

Über die Filme und die Berechtigung der Gewinner kann ich mir noch kein Urteil bilden. Da müssen jetzt ein paar Abende Kino her.