Gottes Dienst?

Religion ist Opium für das Volk.
Karl Marx


Eine Frage die sich mir durch die Katastrophe von Duisburg aufdrängt:
Warum sind die betreffenden Gedenkfeiern eigentlich religiöse Veranstaltungen?

Es war ein Unglück im Rahmen einer Kulturveranstaltung ohne jeglichen religiösen Bezug. Die zahlreichen Opfer werden eben so zahlreichen Religionen oder Weltanschauungen angehören. Wieso also wird die Gedenkfeier als ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert? Mitveranstalter ist das Land NRW, sind also die beiden christlichen Kirchen Staatsreligionen von denen ich bisher nichts wusste?
Sicher, die Frage ist vermutlich provokant gestellt, aber ich finde es ist durchaus eine Überlegung wert ob hier nicht ein etwas veralteter Mechanismus greift, den man einfach noch nie hinterfragt hat.

Natürlich schadet ein Gottesdienst niemandem, aber grenzt man damit nicht dennoch Anders- oder Nichtgläubige aus? Eine Messfeier ist nicht nur Gedenken, sondern dient auch der Verbreitung einer religiösen Lehre. Es finden Predigten statt und man spricht Gebete. Wer gibt also der den Protestanten und Katholiken die Legitimation im Namen aller Opfer zu handeln, auch wenn diese im Zweifel nicht diesen Religionen angehören?

Je länger ich mir diese Fragen stelle, umso eher komme ich zu dem Schluss, dass es zwar so etwas wie eine zentrale Gedenkfeier geben soll, diese jedoch religionsneutral gehalten werden sollte, um allen gerecht zu werden. Dies würde nicht ausschließen, dass Vertreter der verschiedenen Religionen anwesend sind, und diese sich auch äußern dürfen. Aber zwei Religionen als einzige Vertreter, ja sogar als Veranstalter, entspricht meiner Meinung nach nicht unserer Gesellschaft und unserem politischem System.

Es wäre etwas anderes wenn ein Unglück in einer kleinen Gemeinde geschieht, welche ihren Zusammenhalt auch über die religiöse Gemeinschaft definiert. Dies ist aber bei der Tragödie von Duisburg nicht der Fall. Die Gemeinschaft die sich dort versammelt hat, kam dort der Musik wegen zusammen.

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