Augenblick des Tages 28.07.2010

Gottes Dienst?

Religion ist Opium für das Volk.
Karl Marx

Eine Frage die sich mir durch die Katastrophe von Duisburg aufdrängt:
Warum sind die betreffenden Gedenkfeiern eigentlich religiöse Veranstaltungen?

Es war ein Unglück im Rahmen einer Kulturveranstaltung ohne jeglichen religiösen Bezug. Die zahlreichen Opfer werden eben so zahlreichen Religionen oder Weltanschauungen angehören. Wieso also wird die Gedenkfeier als ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert? Mitveranstalter ist das Land NRW, sind also die beiden christlichen Kirchen Staatsreligionen von denen ich bisher nichts wusste?
Sicher, die Frage ist vermutlich provokant gestellt, aber ich finde es ist durchaus eine Überlegung wert ob hier nicht ein etwas veralteter Mechanismus greift, den man einfach noch nie hinterfragt hat.

Natürlich schadet ein Gottesdienst niemandem, aber grenzt man damit nicht dennoch Anders- oder Nichtgläubige aus? Eine Messfeier ist nicht nur Gedenken, sondern dient auch der Verbreitung einer religiösen Lehre. Es finden Predigten statt und man spricht Gebete. Wer gibt also der den Protestanten und Katholiken die Legitimation im Namen aller Opfer zu handeln, auch wenn diese im Zweifel nicht diesen Religionen angehören?

Je länger ich mir diese Fragen stelle, umso eher komme ich zu dem Schluss, dass es zwar so etwas wie eine zentrale Gedenkfeier geben soll, diese jedoch religionsneutral gehalten werden sollte, um allen gerecht zu werden. Dies würde nicht ausschließen, dass Vertreter der verschiedenen Religionen anwesend sind, und diese sich auch äußern dürfen. Aber zwei Religionen als einzige Vertreter, ja sogar als Veranstalter, entspricht meiner Meinung nach nicht unserer Gesellschaft und unserem politischem System.

Es wäre etwas anderes wenn ein Unglück in einer kleinen Gemeinde geschieht, welche ihren Zusammenhalt auch über die religiöse Gemeinschaft definiert. Dies ist aber bei der Tragödie von Duisburg nicht der Fall. Die Gemeinschaft die sich dort versammelt hat, kam dort der Musik wegen zusammen.

Gemischtwarenladen

Ein Aphorismus ist das Panorama eines Details.
Eduard Acda

Es atmet noch. Auch wenn sich hier abgesehen vom Augenblick des Tages momentan wenig tut, es lebt noch. Zum Beweis ein paar Gedanken zu aktuellen Themen:

  • Seit ein paar Wochen Besitzer des iPhone4. Ich sehe den Medienaufstand, ich lese vom Antennenproblem, ich bin irritiert. Egal wie ich das iPhone in der Hand halte, ich kann den Fehler nicht reproduzieren. Erinnert irgendwie stark an Toyota. Vielleicht sollte man sich mal überlegen wer von solchen Nachrichten am meisten profitiert, und dann nochmals mit der Recherche von vorne beginnen?
  • Ein Bilderbuchsommer, und Deutschland stöhnt. Hausaufgabe: Noch sollte sich der Mensch der Natur anpassen und nicht umgekehrt. Wir sollten also wieder lernen mit dem Wetter zu leben, und es nicht als eine Fehlfunktion in unserem gezähmten Leben auffassen. Wenn man begreift, dass das Wetter nicht berechenbar ist, dann baut man evtl. auch wieder Züge die mit unberechenbaren Situationen zurecht kommen.
  • Stichwort Bahn: Wer es jetzt immer noch nicht begriffen hat, die Privatisierung von Gemeingütern ist in der Regel für das Gemeinwohl negativ. Beispiele gefällig? Ich empfehle gerne nochmals aus der Edition Le Monde diplomatique das Heft Ausverkauft. Die beste Lektüre wenn man in einem ICE mit defekter Klimaanlage sitzt, oder in Berlin mal wieder auf die S-Bahn wartet.
  • Vielleicht nicht beste Jahreszeit um mal wieder mit der Gesichtsbehaarung zu experimentieren. Dennoch gestartet: Der Vollbart-Test.
  • Zu letzt noch meine Sommerlektüre: Five People you meet in Heaven von Mitch Albom. Gerade erst begonnen, aber bereits schwer begeistert. Ich gehe davon aus, dass es seit langem mal wieder ein Buch ist, was ich zügig durchlesen werde. Der Schreibstil trifft genau meinen Nerv. Näheres folgt mit Beendigung der Lektüre

Gesangs-WM ESP-SUI

Letzter Artikel der Vorrunde

Es treten an:

Spanien gegen die Schweiz

Bei Spanien sollte man eine große Musikauswahl erwarten können. Erstaunlicherweise ist es jedoch nicht so einfach etwas zu finden. Musik auf spanisch gibt es viel, aber die wenigste kommt aus dem Heimatland der Sprache.
Jarabe de Palo ist eine Band aus Barcelona, und entspricht somit dem Kriterium aus Spanien zu kommen, und auch die Musik ist vorzeigbar, deshalb treten sie hier nun für den Turnierfavoriten an.

Die Schweiz. Keine Sorge, DJ Bobo findet hier keinen Platz. Stattdessen ein Chansonnier aus der Schweiz, der auch fast allen Sprachen der Schweiz singt. Stephan Eicher tritt mit einem Lied in Schwyzerdütsch an, auch wenn ich seine französischen Lieder irgendwie klangvoller finde.

Gesangs-WM CHI-HON

Die letzten vier Länder der Vorrunde werden heute vorgestellt.

Chile gegen Honduras
ist die vorletzte Begegnung.

Aus Chile stammt die Gruppe Electrodomesticos. Eine Rockband, mehr kann ich dazu kaum sagen, da Google mich leider mit Informationen über spanische Haushaltsgeräte überschwemmt. Dann muss die Musik halt für sich selbst sprechen.

Honduras‘ Musikszene hat sich anscheinend dem Reggaeton verschrieben. Aber es gibt auch kleien Aussnahmen, wie z.B. diese Post-Grunge-Band Namens Ytterbium. Ist zwar ziemlich banaler Stoff, aber dennoch besser als das meiste was ich an Reggaeton gefunden hab.

Gesangs-WM BRA-PRK

Das Letzte Spiel des Tages heißt

Brasilien gegen Nordkorea
und ist in dieser Reihe ein Blankoscheck für Brasilien, denn aus Nordkorea kommt getreu dem Motto „Böse Menschen kennen keine Lieder“ nichts was hier Wert wäre zu zeigen.

Die Band Superphones kommen aus Porto Alegre und machen sehr netten Indie Rock. Sehr Hörenswert und nichts was man sofort musikalisch nach Brasilien einordnen würde.

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