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gunit

Heute ist die beste Zeit.
Deutsches Sprichwort

Ein Jahrzehnt geht zu Ende, zu mindestens im umgangssprachlichen Gebrauch. Aus diesem Grunde ruft Sascha endgültig auf, die besten drei Alben des vergangenen Jahrzehnts zu küren.

Bevor ich damit beginne, muss ich erst einmal festlegen wie ich das vergangene Jahrzehnt nennen will. Die “00er” will mir so gar nicht gefallen. Ich kann mich erinnern, dass es mal einen Wettbewerb zum Jahrtausendwechsel gab, bei dem man Vorschläge zur Namensgebung machen sollte. An den Gewinner kann ich mich nicht mehr entsinnen, sehr wohl aber an meinen Vorschlag, den ich hier mal wieder verwenden will: Emmies. Entstanden aus den zwei lateinischen M für Tausend, also das Jahrzehnt der MM, lautmalerisch ausgesprochen. Gefällt mir immer noch ganz gut, und wird also hier und jetzt Verwendung finden.

Es ist natürlich vermessen die drei besten Alben der Emmies nennen zu wollen, allein schon auf Grund der Tatsache, dass ich nur einen Bruchteil der Alben der letzten zehn Jahre kenne. Deshalb streichen wir mal das Wort “besten”, und ersetzen es durch andere Adjektive und denken uns bei fast jedem Satz den Zusatz “meiner Meinung nach” hinzu.

Hier also kurz und knapp die drei … Alben der Emmies:
(Ich gehe davon aus, dass die Alben bekannt sind. Für alle Fälle gibt es jedoch einen Link zu Spotify bzw. last.fm)

fslsAdjektiv: prägendes
Justin Timberlake – FutureSex/LoveSounds
Oh Gott, ich höre schon die Aufschreie, aber Moment, man lasse mich erklären.
Wenn man in den Emmies ein Album gut verkaufen wollte, dann gab es ein fast garantiertes Erfolgsrezept, und das trägt den Namen Timbaland. Mit ihm als Produzenten konnte man sich sicher sein, dass die Scheibe sich gut verkauft. Sein Beat, und da bin ich mir sicher, wird unweigerlich mit den Emmies in Verbindung gebracht werden, wie seiner Zeit Stock/Aitken/Waterman die 80er geprägt haben. Es ist die Musik die seit Jahren aus den Radios dudelt. Man erkennt sofort wenn Timbaland seine Finger im Spiel hatte, und er hat es geschafft dem Jahrzehnt seinen Beat überzustülpen. Nein, ich halte dies natürlich nicht für eine gute Entwicklung, und ich kann den Kram auch nicht mehr hören. Aber dennoch halte ich FutureSex/LoveSounds für ein ganz gutes Album, welches Stellvertretend für den Stil der Emmies steht. Ich hätte sicherlich jedes andere Album nennen können was von Timbaland produziert wurde, aber das Album von Timberlake stand am Anfang, bzw. war eines der ersten Erfolgreichen im Timbaland-Stil. Bei Erscheinen der Platte war ich sogar ziemlich begeistert, weil ich das Gefühl hatte, hier hätte jemand endlich den Faden aufgenommen den Michael Jackson mal mit Thriller begonnen hatte. Das musikalisch auf der Stelle getreten wurde, bevor man überhaupt loslaufen würde, konnte man ja nicht ahnen.
Nun höre ich das Album noch immer gerne, sehe es aber eher als eine verpasste Chance und den Beginn einer Einheitsbreipampe die sogar mittlerweile vor Heiligen der Musikbranche wie Björk nicht mehr Halt macht.
Dennoch ein stilprägendes Album der Emmies.

sttkAdjektiv: persönliches
The Killers – Sam’s Town
Das von mir, mit Abstand, am meisten gehörte Album der letzten Jahre. Warum? In erster Linie vermutlich weil es mir außerordentlich gut gefällt. Aber das tun andere Alben auch. So genau kann ich nicht erklären was mich an dem Album so fasziniert. Es würde in keiner Kategorie den ersten Platz belegen, da es meiner Meinung nach weder das musikalisch Beste ist, noch das Schönste, noch das Innovativste, etc. . Aber es belegt in den Einzeldisziplinen immer vordere Plätze, so dass es in Verbindung mit persönlichen Erinnerungen in der Gesamtwertung ganz oben steht. Wenn ich im Rentenalter eine Platte der Emmies rauskramen soll, wird es für mich persönlich wohl dieses Album sein, so wie es für die Neunziger R.E.M ist.

irrhAdjektiv: innovativstes
Radiohead – In Rainbows
Innovativ nicht im Sinne von musikalisch Innovativ, denn es ist so gesehen nur ein weiteres Radiohead Album. Wenn auch wieder ein äußerst hervorragendes. Geschichte schreibt das Album aber an erster Stelle auf Grund seines Vertriebsweges. Die Möglichkeit sich das Album zu einem selbstgewählten Preis (also auf Wunsch auch kostenlos) DRM-frei im Internet runter zu laden, und zwar vor der Veröffentlichung auf CD, war bis dato einmalig.
Eine etablierte Band rüttelte an den Festen der Musikindustrie und zeigte neue Wege auf. Der Erfolg des Albums gab Ihnen Recht. Sie haben bewiesen, dass die Bereitschaft für Leistung zu zahlen vorhanden ist.
Und da es auch musikalisch wieder eine Meisterleistung ist, gehört es für mich ohne Frage zu den Alben der Emmies.

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Am Samstag war also das The Killers Konzert auf dem Roncalliplatz. Glücklicherweise zeigte sich der Sommer an diesem Tag nicht ganz so grausig, und es herrschte angenehmes Open Air Wetter. Kurz nach halb Acht startete die Vorgruppe The Rascals, eine kleine Indie-Rockband aus England, dessen Sänger aussah wie der leibhaftige Sohn von Liam Gallagher. Ich habe schon schlechtere Vorbands gesehen und war eigentlich ganz zufrieden. Es ist zwar nicht meine Musik, aber die Band war ziemlich solide in ihrem Auftritt. Dann folgte ein relativ langer Umbau.
Die Bühne wurde für eine große Show hergerichtet: Über die volle Bühnenbreite eine Scheinwerferwand, eine Fototapete mit Waldmotiv als Hintergrund, weitere Scheinwerferkegel im hinteren Bühnenbereich, Pyroinstallationen am Bühnenrand und eine riesige chinesische Vase mit Blumenschmuck. Um kurz vor Neun hatte das Warten ein Ende und die Band betrat die Bühne. Für mich folgte ein schwerer Schock, da Brandon Flowers seinen großartigen Bart abrasiert hatte. Tja, ich bin manchmal ein wenig oberflächlich, aber mit Bart sah er einfach nochmals ein Stückchen besser aus.
Nun gut, zum musikalischen: The Killers sind eine hervorragende Liveband. Die Töne sitzen, die Stimme rockt und die Lieder werden nicht einfach in der Radioedit-Version heruntergespielt, sondern unterschiedlich interpretiert. Das Konzert hätte also eigentlich perfekt sein können, aber leider gab es doch ein paar Schönheitsmakel. Der Sound war durchweg viel zu leise und bei zwei Liedern auch nicht gut abgemischt. Gerade bei einem Open-Air-Konzert ist es mit der Lautstärke deshalb ein Problem, da Sound und Jubel relativ schnell verfliegen und ein wenig auf die Stimmung drücken. Außerdem ist Brandon Flowers nicht besonders kommunikativ auf der Bühne. Normalerweise mag ich es auch nicht wenn andauernd geredet wird, aber an so einem Ort vor der Kulisse des Doms erwartet man evtl. dann doch ein wenig mehr als nur ein “Its awesome, eehm you know”. Ab und an brauch das Publikum auch wenig Streicheleinheiten.
Das größte Manko war jedoch, dass das Konzert extrem kurz war. Ok, nach zwei Studioalben gibt es noch nicht das ganz große Repertoire, aber mehr als 1h15 sollten schon drin sein.
Mein absolutes Highlight war eine langsame Version von Sams Town und ein neues Lied für die kommende Platte namens Spaceman.

Die Setlist war folgende:

  • For Reasons Unknown
  • Somebody Told Me
  • Shadowplay
  • Sweet Talk
  • Bones
  • Spaceman
  • Tranquilize
  • When You Were Young
  • Under The Gun
  • Sam’s Town (langsame Version)
  • Smile Like You Mean It (langsame Version)
  • Read My Mind
  • Mr. Brightside
  • Jenny Was A Friend of Mine
  • This River Is Wild
  • All These Things That I’ve Done

Natürlich gab es auch wieder das Problem mit Murphys Law, weil sich die Gruppe volltrunkener Idioten während des Konzerts plötzlich direkt neben uns befand ziemliche Randale provozierten. Mir immer wieder unbegreiflich dass man sich so volllaufen läßt, dass man eh nichts vom Konzert mitbekommt.
Außerdem meine ich zu beobachten, dass sich die Verhaltensweise von Konzertbesuchern in den letzten Jahren zum schlechten hin verändert hat. Irgendwie ging vor 10-15 Jahren noch viel mehr Stimmung vom Publikum aus. Heutzutage scheint sich die Konsumhaltung durchgesetzt zu haben. Statt sich aktiv an dem Ereignis zu beteiligen wird nur noch auf Kommando und Herausforderung agiert. Auch schön zu beobachten in den Bundesligastadien oder bei Traditionsfesten wie z.B. dem Karneval.
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Da kann der Tag noch so bescheiden verlaufen, aber mit einem Moment ist meine Laune wieder richtig gut:
Gerade kam der Newsletter vom Ticketverkäufer meines Vertrauens, dass The Killers am 9. August ein Open Air Konzert im Schatten des Domes für unglaublich billige 35 Euronen geben.
Tickets geordert -> glücklich!

Und zu dieser Zeit halte ich auch schon mein Iphone in der Hand -> doppelt glücklich!