Archives for category: Filme

Eine Menge Kinogänge blieben bisher hier unbeachtet, um das wieder einzuholen gibt es hier jetzt mal einen Schnelldurchlauf mit extrem knappen Rezensionen:

Black Swan
In meinen Augen ein recht überbewerteter Thriller. Keine Frage, es ist ein gut gemachter Film ohne handwerkliche Fehler, aber insgesamt wirkte er mir zu gewollt. Nach zehn Minuten wusste man bereits wie die Handlung sich fortsetzt, so dass keine Spannung aufkommen wollte. Die Stilmittel waren abgedroschen und durchschaubar, so dass sie nicht überraschen konnten. Insgesamt wirkte es wie ein Fertighaus der gehobenen Sorte: Die Bauteile versprechen Luxus, aber es fehlt die Seele und man stellt schnell gelangweilt fest, dass man doch nur Teil einer Reihenhaussiedlung ist.
[xrr rating=6/10]

Another Year
Wundervoller Film der es schafft als leichte Komödie daherzukommen, um sich nach und nach als tiefgründiges Sozialdrama zu entpuppen. Die vermeintlichen Hauptrollen stellen sich letztendlich eher als Bühne für die Protagonisten heraus welche nur die Nebenrolle spielen. Die Handlung ist so überschaubar, dass man verleitet ist dem Film Handlungslosigkeit vorzuwerfen, dennoch ist Another Year unglaublich gehaltvoll.
Kino mit Nachhall, meisterlich inszeniert.
[xrr rating=9.5/10]

The King’s Speech
Was kann man mehr über diesen Film sagen ohne ein großes Lob auszusprechen? Schon lange nicht mehr war der Oscar für den besten Film so verdient. Hier stimmt einfach alles, Drehbuch, schauspielerische Leistung, Inszenierung, Unterhaltungswert. So sehr man auch sucht, es findet sich einfach kein Kritikpunkt.
[xrr rating=10/10]

True Grit
Nun, der Film hat einen ganz großen Makel: Er ist von den Coen-Brüdern. Dementsprechend sind die Erwartungen, und diese sind dementsprechend hoch.
Es ist ein guter Film, keine Frage, aber man ist verwöhnt. Und deswegen fällt der Film in der Reihe der Coen-Filme ein wenig ab. Da kann Jeff Bridges noch so charmant nuscheln, Matt Damon in einer Nebenrolle brillieren und eine 14jährige Hailee Steinfeld sich als großes Talent erweisen, True Grit bleibt Popcornkino welches mit verlassen des Kinosaals recht schnell wieder aus dem Gedächtnis gestrichen wird.
[xrr rating=7/10]

Für das Kind im Manne:


Sehen ist nicht sehen: sehen ist denken.
Alexander von Villers



Ich habe meine Kinochronik sehr vernachlässigt in den letzten Monaten. Um mal wieder ein wenig aufzuholen eine kurze “Gesehen”-Liste mit knappen Kommentaren:

  • Inception: Ein wirklich guter Thriller der die Kritiken spaltet. Ich gehöre eher zu denen, die ihn positiv bewerten.
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  • The American: Was wurde der Film niedergemacht als zu langweilig, zu handlungsarm, zu blutleer. Ich sage: Ganz hervorragender Film, genau mein Geschmack und sehr gut.
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  • Ich – einfach unverbesserlich: Sehr unterhaltsamer Animationsfilm, der es schafft nicht in die zu kindliche Ebene abzurutschen wie der große Teil der letzten Filme aus diesem Genre. Spaßig!
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  • Men on the Bridge – Köprüdekiler: Äußerst sehenswerte Dokufiktion aus der Türkei. Eine sehr schöne und ungewöhnliche Sozialstudie, die es schafft einen neuen Blick auf die uns scheinbar vertraute fremde Türkei zu werfen.
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  • Im Oktober werden Wunder wahr: Kleiner Film aus Peru der einen Kinobesuch lohnt. Trotz einiger Schwächen ein sehr netter und unterhaltsamer Film, dessen Handlung eigentlich Nebensache ist, und der ein wenig an Filme von Jim Jarmusch erinnert.
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  • Die kommenden Tage: Sehr gutes deutsches Kino mit einer überragenden Johanna Wokalek. Interessante Sichtweise für eine Thriller mit düsterer Zukunftsprognose. Könnte deutlich mehr Werbung vertragen, denn so etwas kommt nicht häufig aus Deutschland.
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Wer heute normal ist, ist nicht mehr normal.
Graffito

Daniel (Pablo Pineda) wurde mit dem Down Syndrom geboren, absolviert aber dennoch erfolgreich ein Hochschulabschluss, beginnt seine Arbeit bei der staatlichen Behörde für behinderte Menschen und verliebt sich in seine Arbeitskollegin Laura (Lola Dueñas).
Dies ist ganz grob umrissen die Handlung des Films Yo, También. Ehrlich gesagt nichts, was einen unbedingt in den Kinosaal lockt. Zumal Filme mit dem Thema Behinderung zu häufig in die Falle des Betroffenheitsdrama geraten. Irgendwie bin ich dann doch in den Film gelandet, vermutlich weil ich die Gelegenheit mal nutzen wollte um meinen Fortschritt im Lernen von Spanisch zu testen.

Was für ein Glück, denn ich habe einen wundervollen Film gesehen. Kein Betroffenheitsdrama, keine Zeigefingerdramatik und auch keine Anklage an die Gesellschaft. Es ist eine leichte Sommerkomödie mit enormem Realismus. Vermutlich einer der besten Filme die Behinderung zum Thema haben ohne ein “Behindertenfilm” zu sein.

Wie schaffen Álvaro Pastor und Antonio Naharro das? Ganz einfach, in dem sie weder in die eine noch in die andere Richtung Stellung beziehen, sondern einfach nur eine Geschichte aus dem Leben erzählen. Das Leben wird hier in all seinen Facetten gezeigt, aber ohne in Extreme abzugleiten. So ist zwar die Beziehung von Daniel und Laura Thema, aber ohne die Behinderung zu ihrem Kern zu machen. Das ist so wunderbar leicht, weil hier dem Zuschauer die Gelegenheit gegeben wird das Augenmerk in erster Linie auf die Menschen zu legen.

Und weil dieser Film so schön, leicht und so erfrischend ist, möchte ich hier keine schwere Analyse folgen lassen, sondern einfach eine Empfehlung für diesen Film abgeben.

Besonders Sehenswert: Neun von Zehn Punkten.

[imdb]1289449[/imdb]

Das Filmrätselstöckchen ist aus seinem Koma erwacht und ich habe bei Julia An Education erkannt.
Nachdem mir das Gewitter gestern einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, geht es hier nun um 12:30 Uhr weiter.

Sascha erkennt recht zügig Sense and Sensibility.
Folgende Bilder hätten vielleicht noch geholfen.